Zuvor hatte die Marine Kontakt zum Schiff aufgenommen. Ein Sprecher der Streitkräfte sagte, der Besatzung sei mitgeteilt worden, dass sie sich auf dem Weg in gesperrte Gewässer befände und die Marine jeden Versuch eines Durchbruchs verhindern werde.

Die Marine näherte sich der "Dignité" mit mehreren Schiffen. Als die Besatzung sich trotz wiederholter Aufforderung geweigert habe, Kurs auf Aschdod zu nehmen, hätten israelische Soldaten das Boot geentert, um zu verhindern, dass es die Blockade durchbricht, sagte eine Militärsprecherin.

Der Einsatz sei friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. Bei der Erstürmung des türkischen Schiffs "Mavi Marmara", das Hilfsgüter in den von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen bringen wollte, waren Ende Mai 2010 neun türkische Aktivisten von der israelischen Marine erschossen worden.

Die "Dignité" lief am späten Nachmittag in den Hafen des israelischen Aschdod ein. Die Aktivisten sollten dort vom Militär befragt werden.

Auf Blockade aufmerksam machen

Das Boot war am Wochenende von der griechischen Insel Kastellorizo aufgebrochen und hatte am Montag Kurs auf Gaza genommen, wo es eigentlich am Dienstagnachmittag eintreffen sollte.

An Bord befanden sich 16 Aktivisten und Journalisten, die mit der Aktion auf die seit 2007 anhaltende Blockade des Gazastreifens durch Israel aufmerksam machen wollen. Unter den Passagieren sind Kanadier, Franzosen und Schweden.

Die Organisatoren erklärten, das Schiff sei "im offenkundigen Verstoss gegen das Recht auf freie Fahrt auf offener See" in internationalen Gewässern nahe der Küste des Gazastreifens gekapert worden. Zudem habe die israelische Marine den Funk der "Dignité" unterbrochen. Dies sei ein "Akt der Zensur".

Die "Dignité" ist eines von zehn Schiffen einer internationalen Hilfsflotte, die eigentlich zum Jahrestag der Erstürmung der "Mavi Marmara" Ende Mai Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen wollte.