Gemeinsam mit Idriss Déby verkündete Netanjahu die Wiederaufnahme der Beziehungen, die der Tschad 1972 abgebrochen hatte. In Israel wurde dies als aussenpolitischer Erfolg Netanjahus vor der Parlamentswahl im April gewertet.

Netanjahu sprach vor seiner Abreise von einem "historischen und wichtigen Durchbruch". "Dies ist Teil der Revolution, die wir in der arabischen und islamischen Welt vollziehen", sagte er. Weitere Länder würden folgen. Der Iran und die Palästinenser hätten vergeblich versucht, die Wiederaufnahme der Beziehungen zum Tschad zu blockieren, sagte er.

Déby hatte Israel im November überraschend besucht. Mit Netanjahu sprach er über einen gemeinsamen Kampf gegen Terror sowie eine stärkere Zusammenarbeit beider Länder in den Bereichen Landwirtschaft, Grenzschutz, Technologie, Solarenergie, Wasserversorgung und Gesundheit.

"Diplomatischer Durchbruch"

Der Tschad ist ein Land mit muslimischer Mehrheit. Israel hatte den ersten Besuch eines Präsidenten des afrikanischen Landes als historisch und "diplomatischen Durchbruch" eingestuft.

Netanjahu hat Afrika seit 2016 bereits dreimal besucht. Er stärkte die Beziehungen zu mehreren afrikanischen Ländern, unter anderem Uganda, Kenia, Ruanda und Äthiopien.

Der seit Anfang der 1990er Jahre amtierende Déby regiert das unter anderem an Libyen, Niger und den Sudan grenzende Land mit harter Hand. Bei der Bekämpfung des islamistischen Terrorismus in Nigeria und der Sahel-Zone ist der Tschad ein wichtiger Verbündeter des Westens. Mit seinen rund 14 Millionen Einwohnern gehört der Staat einem Uno-Index zufolge zu den drei ärmsten Ländern der Welt.