Beide Seiten warfen sich zwar vor, die Waffenruhe in der Nacht gebrochen zu haben. Nach israelischen Angaben feuerten Palästinenser aus dem Gazastreifen acht Raketen ab. Daraufhin seien Abschussrampen und "Terrorgelände" aus der Luft angegriffen worden.

Ein Hamas-Vertreter erklärte, seine Kämpfer hätten die Feuerpause nicht verletzt. Israel habe die Vereinbarung gebrochen. Am Morgen herrschte wieder Ruhe. Berichte über Tote oder Verletzte gab es nicht.

Erst unmittelbar vor Ablauf der seit Montag geltenden Feuerpause hatten sich die Konfliktparteien unter ägyptischer Vermittlung in Kairo auf eine Verlängerung geeinigt. Diesmal sollen die Waffen fünf Tage schweigen, bislang waren drei Tage die längste Dauer.

US-Präsident Barack Obama forderte in einem Telefonat mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu eine dauerhafte Waffenruhe. Zugleich bekräftigte er die Unterstützung der USA für die ägyptischen Vermittlungsversuche, teilte das Weisse Haus mit. Eine Einigung müsse die Sicherheit Israels gewähren und die humanitäre Krise im Gazastreifen berücksichtigen.

Neuer ägyptischer Vorschlag

Nach palästinensischen Angaben legte Ägypten einen neuen Vorschlag für einen dauerhaften Waffenstillstand vor. Demnach ist Israel bereit, die Beschränkungen im Grenzverkehr zu lockern. Die Angaben wurden auch von Vertretern Ägyptens bestätigt.

Fischer sollen offenbar das Recht erhalten, vor der Küste des Gazastreifens weiter auf das Mittelmeer hinauszufahren. Ausserdem soll eine Sperrzone vor der Grenze zu Israel von 300 auf 100 Meter verkleinert werden. Die Flächen sollen von palästinensischen Bauern genutzt werden.

Die Hamas will das Ende einer von Israel und Ägypten 2007 verhängten Blockade des von ihr kontrollierten Gazastreifens erreichen. Für 1,8 Millionen Einwohner des Küstenstreifens bedeutet das eine erhebliche Einschränkung ihrer Bewegungsmöglichkeiten.

Der Strom von Waren nach Gaza ist eingeschränkt und Exporte sind praktisch völlig zum Erliegen gekommen. Israel will mit der Blockade Waffenschmuggel unterbinden und die Entwaffnung der Hamas erreichen.

Untersuchung gegen eigene Soldaten

Die Zeitung "Haaretz" berichtete unterdessen, die israelische Armee wolle untersuchen, ob ihre Soldaten während des Gaza-Krieges das humanitäre Völkerrecht gebrochen haben. Dutzende Fälle, in denen palästinensische Zivilisten getötet und der Armee Verbrechen vorgeworfen wurden, würden geprüft.

Eine UNO-Kommission, die den Vorwürfen von Kriegsverbrechen nachgehen soll, wird von Israel als voreingenommen betrachtet. Das Gremium sei "in Sünde geboren", sagte die israelische Justizministerin Zipi Livni.

Bei den Kämpfen sind nach Angaben der Behörden in Gaza 1945 Palästinenser getötet worden, die meisten von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite sind nach offiziellen Angaben 64 Soldaten und 3 Zivilisten ums Leben gekommen.