Dies berichteten zwei Palästinenservertreter. Die Waffenruhe halte "auf Basis gegenseitiger Ruhe", berichtete der Hamas-Fernsehsender Al-Aksa am späten Donnerstagabend. Ein ranghoher Hamas-Vertreter sagte, die Vereinbarung trete um Mitternacht offiziell in Kraft. Von israelischer Seite gab es dazu zunächst keine Bestätigung.

Bereits am Donnerstagmittag hatten militante Palästinenser die Gewalt für beendet erklärt. "Diese Eskalation ist aufgrund von internationaler und regionaler Vermittlung vorbei", teilte die Vereinigung für den bewaffneten Widerstand am Donnerstagmittag mit. Zu der Gruppe gehören unter anderem die radikalislamische Hamas und die militante Palästinenserorganisation Islamische Dschihad. Der Uno-Nahostgesandte Nikolay Mladenov hatte zuvor alle Seiten zur Zurückhaltung aufgefordert und vor einer weiteren Zuspitzung der Situation gewarnt.

Trotzdem schlug am Donnerstagnachmittag eine Rakete aus dem Gazastreifen nördlich der Stadt Beerscheva ein, wie die Polizei bestätigte. Nach Medienberichten war dies das erste Mal seit dem Gaza-Krieg 2014. Beerscheva liegt rund 40 Kilometer von dem Küstengebiet entfernt.

Viele Gemeinden und Dörfer in Südisrael lagen seit Mittwoch unter Beschuss mit Mörsern und Granaten aus dem Gaza-Streifen. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurden seit Mittwochabend über 180 Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Luftwaffe reagierte mit zahlreichen Vergeltungsangriffen auf Einrichtungen der im Gaza-Streifen seit mehr als einem Jahrzehnt herrschenden Hamas. Armeeangaben zufolge wurden mehr als 150 "Terrorziele" in dem von Israel und Ägypten weitgehend abgeriegelten Küstenstreifen angegriffen.