Israel

Israel macht Iran für Anschläge auf Botschaften verantwortlich

Das betroffene Auto der israelischen Vertretung in Neu-Delhi wird nach dem Anschlag unter die Lupe genommen

Das betroffene Auto der israelischen Vertretung in Neu-Delhi wird nach dem Anschlag unter die Lupe genommen

Bei einem Anschlag auf israelische Diplomaten in Indien sind am Montag vier Menschen verletzt worden. Nach Angaben des Aussenministeriums in Jerusalem detonierte ein Sprengsatz in unmittelbarer Nähe der Botschaft in Neu Delhi.

Ein Diplomatenauto ging nach der Explosion in Flammen auf. Bei dem Attentat wurden die Ehefrau des Militärattachés der Botschaft sowie drei weitere Menschen verletzt. Nach Angaben der indischen Polizei war die 42-jährige Frau bei Bewusstsein und schwebte nicht in Lebensgefahr.

Das israelische Aussenministerium teilte mit, die genauen Umstände des Anschlags würden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden ermittelt.

Diese hatten bereits einen Verdächtigen ins Visier genommen. "Ein Zeuge sagte aus, dass er einen Mann auf einem Motorrad beobachtete, der eine Art Sprengsatz hinten am Fahrzeug befestigte", sagte ein Polizeisprecher. Die Sicherheitskräfte fahndeten nach dem Motorradfahrer.

Weiterer Anschlag vereitelt

Ein weiterer Anschlag auf israelische Diplomaten in Georgien konnte offenbar vereitelt werden. Die Polizei entschärfte einen Sprengsatz unter der Limousine des Botschafters, wie das Innenministerium in Tiflis mitteilte. Der Fahrer des Botschafters habe ein mit Klebeband befestigtes Paket unter dem Wagen gesehen und die Polizei alarmiert.

Die Beamten fanden nach eigenen Angaben eine Granate, die entschärft werden konnte. Das Fahrzeug habe etwa 200 Meter von der Botschaft entfernt geparkt.

Israelische Vertretungen weltweit wurden aus Furcht vor weiteren Anschlägen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte den Iran für die Taten verantwortlich.

In den letzten Monaten habe es mehrere Versuche gegeben, Anschläge gegen israelische Staatsbürger und Juden in verschiedenen Ländern zu verüben, sagte Netanjahu bei einem Treffen mit Abgeordneten seiner Likud-Partei. Er nannte unter anderem Thailand und Aserbaidschan.

"In all diesen Fällen waren die Drahtzieher dieser Anschläge der Iran und sein Protegé Hisbollah", sagte Netanjahu. Israel habe in Zusammenarbeit mit den örtlichen Sicherheitskräften alle Anschläge vereiteln können.

Der Regierungschef bezeichnete den Iran als den "grössten Terror-Exporteur der Welt". Aussenminister Avigdor Lieberman sagte: "Wir können identifizieren, wer hinter den Anschlägen steht." Man werde Angriffe auf israelische Staatsbürger nicht tolerieren, warnte er.

Der iranische Botschafter in Indien wies die Vorwürfe Netanjahus an die Adresse Irans umgehend als Lügen zurück. Sein Land verurteile jegliche Terroranschläge, sagte Mahdi Nabisadeh laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA.

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