Israel liess die Äusserungen zunächst unkommentiert.

Militante Palästinenser feuerten noch am Abend zahlreiche Raketen ins israelische Grenzgebiet. In mehreren Ortschaften im Umkreis des Gazastreifens heulten die Alarmsirenen, wie Israels Armee mitteilte. In der Grenzstadt Sderot wurde nach Medienberichten ein Haus direkt getroffen. Dabei sei aber niemand verletzt worden.

Israels Luftwaffe hatte zuvor drei Gebäude der Hamas zerstört, darunter das Büro des Hamas-Chefs Ismail Hanija. Bei einer Serie von Angriffen im Gazastreifen seien sieben Palästinenser verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

Israel reagierte damit auf einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen, bei dem ein Haus nordöstlich von Tel Aviv demoliert worden war. Sieben Menschen erlitten Verletzungen, darunter Kleinkinder.

Gegenangriff mit "Stärke"neu

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte bei einem Besuch in Washington, sein Land reagiere mit "Stärke" auf den Raketenangriff. Rückendeckung erhielt er von US-Präsident Donald Trump, der zudem offiziell die Souveränität Israels über die Golanhöhen anerkannte.

Die israelischen Angriffe galten dem militärischen Arm der radikalislamischen Hamas. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen wurden mehrere Orte in dem Küstengebiet beschossen. Dabei wurde unter anderem ein Gebäude in Gaza zerstört, das als Zentrale für den Geheimdienst der Hamas gedient haben soll. Berichte über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Angriff auf Wohnhaus

Die aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete hatte am Montagmorgen ein Wohnhaus nördlich von Tel Aviv getroffen. Sieben Israelis wurden nach Spitalangaben verletzt, darunter drei Kinder. Israel machte die im Gazastreifen herrschende Hamas für den Angriff verantwortlich.

Die Palästinenserorganisation wies die Anschuldigungen zurück. "Niemand von den Widerstandsbewegungen, die Hamas eingeschlossen, hat ein Interesse daran, Raketen aus dem Gazastreifen auf den Feind abzufeuern", sagte ein Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die Hamas habe kein Interesse an einer Konfrontation mit Israel. Hamas-Anführer Ismail Hanija warnte Israel allerdings davor, "rote Linien" zu überschreiten.

Mit Trump im Rücken

Netanjahu hatte nach dem Angriff aus dem Gazastreifen eine entschlossene Reaktion angekündigt und damit Sorge vor einer neuen Eskalation im Nahen Osten geschürt. Bei einer Pressekonferenz in Washington bekräftigte er später: "Wir werden tun, was nötig ist, unser Volk und unseren Staat zu verteidigen."

Israel werde solche Angriffe nicht hinnehmen, sagte er an der Seite von Trump. Der US-Präsident stärkte seinem Verbündeten den Rücken. Washington erkenne das "Recht Israels an, sich zu verteidigen", sagte er. Netanjahu wollte nach dem Treffen im Weissen Haus umgehend nach Israel zurückkehren.

Uno mahnt zu Vorsicht

Uno-Generalsekretär Antonio Guterres äusserte sich besorgt über die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten. Er verurteilte den Raketenangriff auf Israel und rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf.

Erst am 14. März waren zwei Raketen vom Gazastreifen in Richtung Tel Aviv abgefeuert worden. Opfer oder Schäden gab es nicht. Israel reagierte darauf und auf weitere Raketenangriffe nach eigenen Angaben mit der Bombardierung von rund hundert Hamas-Stellungen im Gazastreifen.