Nahost

Israel aus Libanon mit Raketen beschossen

Israels Luftwaffe reagiert auf den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen (Archiv)

Israels Luftwaffe reagiert auf den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen (Archiv)

Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren ist Israel wieder mit Raketen aus dem Libanon beschossen worden. In der Nacht seien vier Raketen im westlichen Galiläa eingeschlagen, sagte der israelische Polizeisprecher Mickey Rosenfeld am Dienstag. Niemand sei verletzt worden.

Die israelische Armee beantwortete den Angriff mit Artilleriefeuer auf das Abschussgebiet. Eine Gruppierung namens Abdullah-Assam-Brigaden bekannte sich im Libanon zu der Tat. Sie ist nach einem palästinensischen Islamistenprediger benannt, der als Mentor des im Mai in Pakistan getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden galt.

"Die israelische Armee betrachtet dies als einen schwerwiegenden Vorfall", hiess es in einer Mitteilung des Militärs. Die libanesische Regierung und die Armee trügen die Verantwortung, solche Raketenangriffe zu verhindern.

Nach UNO-Angaben wurden in einem Tal in der Nähe des christlichen Dorfes Ain Ebel im Libanon eine Abschussrampe und eine Stoppuhr gefunden. Zwei Raketen hätten ein landwirtschaftliches Gebiet in dem kleinen Ort Netua getroffen und dort mehrere Dutzend Küken getötet, sagte Polizeisprecher Rosenfeld.

Unifil: Schwerwiegender Vorfall

Eine dritte Rakete sei in einem Dorf an der Grenze zum Libanon niedergegangen, die vierte auf offenem Gelände. Polizei und Militär seien in der Umgebung in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden.

Die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete, mehrere Gebäude seien beschädigt worden. Nach Berichten des Internetdienstes "ynet" wird noch nach einem vierten Geschoss gesucht.

Der Kommandant der Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon (Unifil), Alberto Asarta Cuevas, sprach von einem "schwerwiegenden" Vorfall. Man werde gemeinsam mit der libanesischen Armee versuchen, die Schuldigen zu fassen. Er rief alle Seiten zur äussersten Zurückhaltung auf, um eine weitere Eskalation der Lage zu vermeiden.

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