Einige Muslime würden, "irregeleitet durch falsche Appelle, Reform und Terrorismus verwechseln", kritisierte der König mit Blick auf die sunnitische Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Grosssyrien (ISIS), die seit dem 9. Juni grosse Teile des Nordiraks in ihre Gewalt gebracht hat, um im Irak und in Syrien ein "islamisches Kalifat" zu errichten.

"Ihr Ziel ist es, Uneinigkeit unter den Muslimen zu verbreiten", kritisierte Abdallah, der hervorhob, dass der Islam "eine Religion der Einheit, Brüderlichkeit und Solidarität" sei.

"Wir werden nicht zulassen, dass eine Handvoll Terroristen, die den Islam zu ihren persönlichen Zwecken missbrauchen, die Muslime terrorisieren und unserer Heimat Schaden zufügen", warnte der König laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA. Mit der Hilfe Gottes werde der Staat weiter "diese Plage bekämpfen" und sie mit der "Kooperation aller Kinder der Nation" auch besiegen.

Unterstützung für islamistische Rebellengruppen

Saudi-Arabien, das die Heimat der beiden heiligsten Stätten der Muslime, Mekka und Medina, ist, wird gemäss einer ultrakonservativen Auslegung des sunnitischen Islams regiert. Das Königreich fördert weltweit die Verbreitung seiner Interpretation des Islam durch den Bau von Moscheen und Religionsschulen und unterstützt ideologisch nahestehende Bewegungen. Zugleich gilt Saudi-Arabien neben den Golfstaaten als wichtigster Unterstützer islamistischer Rebellengruppen in Syrien und im Irak.

ISIS und andere radikale sunnitische Gruppen wie Al-Kaida stellen jedoch für Saudi-Arabien eine Bedrohung dar, da sie die saudi-arabische Monarchie für illegitim halten und ihr das enge Bündnis mit den USA vorwerfen.

Das Königreich geht daher seit Jahren mit grosser Härte gegen ihre Anhänger vor. Erst am Donnerstag hatte Abdallah die Sicherheitskräfte angewiesen, "alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit des Königreichs" vor der Bedrohung durch Terrorgruppen zu schützen.

Verzicht auf Essen und Trinken im Hochsommer

Der islamische Fastenmonat Ramadan hatte für einige Länder wie etwa die Türkei bereits am Samstag begonnen. Im überwiegenden Teil der islamischen Welt fasten Gläubige seit Sonntag vom Morgengrauen bis zum Anbruch der Nacht.

Nachzügler sind Pakistan und Indien, wo zusammen etwa 350 Millionen der weltweit rund 1,3 Milliarden Muslime leben. Für sie beginnt die Fastenzeit erst am Montag.

In den meisten muslimischen Ländern richtet sich das Datum des ersten und letzten Fastentages nach dem Neumond. In einigen anderen Ländern werden diese Daten vorab nach astronomischen Berechnungen bestimmt.

Fromme Muslime verzichten im Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Speisen und Getränke. Auch Rauchen und Sex sind in dieser Zeit verboten. Bei Sonnenuntergang versammelt sich meist die ganze Familie zum Mahl des Fastenbrechens (Iftar).

Der Beginn des Ramadans verschiebt sich jedes Jahr um zehn bis zwölf Tage. Fällt er wie dieses Jahr in den Sommer, ist es besonders für Muslime auf der Arabischen Halbinsel und in Afrika schwierig, das Fastengebot einzuhalten, weil die Tage lang und heiss sind.