Irak

Isis erobert Weltkulturerbe: Zerstören Islamisten den 2300 Jahre alten Tempel?

Die Isis-Terroristen im Irak haben den aus dem 3. Jahrhundert vor Christus stammenden Hatra-Tempel eingenommen. Nun ist die Angst gross, dass das Weltkulturerbe von den Islamisten zerstört werden könnte.

Die Tempelruinen von Hatra im Norden des Iraks gehören zum Unesco Weltkulturerbe. Einer breiteren Öffentlichkeit sind sie bekannt aus dem Film «Der Exorzist». In der Anfangszene findet der Pater Lankester Merrin (Max von Sydow) dort eine Statue, welche sich später als Dämon entpuppt und Besitz von einem Mädchen ergreift. 

Nun haben die radikal-islamischen Isis-Terroristen das Gelände eingenommen, wie verschiedene Medien berichten.

Hatra befindet sich etwa 100 Kilometer von der Erdöl-Stadt Mossul entfernt. In der Antike war Hatra die Hauptstadt eines mesopotamischen Kleinfürstentums. Auf ihrem Gebiet befinden sich verschiedene Tempelanlagen aus unterschiedlichen Zeitepochen.

Nun wird befürchtet, dass die Isis diese Anlagen zerstören könnte. In Mossul haben die sunnitischen Kämpfer schon die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Statuen eines irakischen Musikers zerstört. Auch die Bildnisse eines Dichters aus der Abbasiden-Dynastie (ca. 750 bis 1517 nach Christus) wurden als götzenhaft empfunden und vernichtet. 

Human Rights Watch spricht von Massaker

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) berichtet derweil, Isis habe nach der Eroberung der Stadt Tikrit am 11. Juni Massenexekutionen durchgeführt. 

Demnach wurden zwischen dem 11. und 14. Juni an mindestens zwei Orten in der Heimatstadt des gestürzten Machthabers Saddam Hussein zwischen 160 und 190 Männer getötet.

"Die Fotos und Satellitenbilder aus Tikrit liefern starke Beweise für ein furchtbares Kriegsverbrechen, das untersucht werden muss", erklärte der HRW-Krisendirektor Peter Bouckaert.

Bei der Untersuchung von Satellitenbildern entdeckte HRW nach eigenen Angaben zwei Massengräber in direkter Nähe zu Saddam Husseins früherem Wasserpalast. Ein drittes Massengrab konnte demnach nicht lokalisiert werden.

Vielleicht viel mehr Tote

ISIS hatte selbst angegeben, nach der Einnahme von Tikrit 1700 schiitische Soldaten getötet zu haben. Auch HRW warnte, dass die Zahl der Opfer womöglich viel höher sei, als von ihr angegeben.

Die Organisation betonte, dass in einem bewaffneten Konflikt die Tötung jedes Soldaten, der sich ergeben hat oder gefangen genommen wurde, ein Kriegsverbrechen darstelle. (rhe/sda)

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