Dieser wurde am Mittwoch auf der Internetseite der Regierung veröffentlicht. Kurze Zeit später war Sarif bei der Begrüssung des armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan im Präsidialamt ierneut neben Präsident Ruhani zu sehen.

Sarif, der einer der Architekten des internationalen Atomabkommens ist, hatte zuvor seinen Rücktritt eingereicht. Eine genaue Begründung nannte er nicht. In einer Instagram-Mitteilung schrieb er lediglich, dass er "nicht mehr in der Lage" sei, sein "Amt weiter auszuüben".

Verärgert über Ausschluss?

Die Erklärung erfolgte kurz nach einem unangekündigten Besuch von Syriens Machthaber Baschar al-Assad in Teheran. Sarif war nicht zugegen, als Assad sich mit Ruhani und Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei traf. Anwesend war allerdings der Kommandant der Al-Kuds-Brigaden, General Kassem Soleimani. Der Iran unterstützt mit den Revolutionsgarden und verbündeten Milizen seit Jahren Assad im Syrien-Konflikt.

Laut der Nachrichtenseite Entekhab reagierte Sarif mit dem Rücktritt auf seinen Ausschluss von den Treffen. Der einflussreiche Abgeordnete Ali Motahari äusserte die Vermutung, dass Sarif mit seinem Rücktritt reagiert habe "auf die Einmischung gewisser Institutionen" in die Aussenpolitik der Regierung. Insbesondere die Revolutionsgarden spielen eine wichtige Rolle in der iranischen Aussenpolitik in Syrien, im Irak und im Jemen.

Ruhani hatte den früheren Uno-Botschafter Sarif nach seinem Amtsantritt 2013 zum Aussenminister berufen, um die Verhandlungen mit den fünf Uno-Vetomächten und Deutschland zu leiten, die 2015 schliesslich zum internationalen Atomabkommen führten.

Der 59-jährige Diplomat gilt als das freundliche Gesicht des Iran und geniesst gerade in Europa wegen seines konzilianten Auftretens und seiner moderaten Haltung hohes Ansehen.