Iran

Irans Aussenminister lobt Biden und rechnet mit Einigung im Atomstreit

ARCHIV - Mohammed Dschawad Sarif, Außenminister von Iran, nimmt inmitten der Corona-Pandemie an einer Pressekonferenz mit seinem venezolanischen Amtskollegen Arreaza teil. Foto: Matias Delacroix/AP/dpa

ARCHIV - Mohammed Dschawad Sarif, Außenminister von Iran, nimmt inmitten der Corona-Pandemie an einer Pressekonferenz mit seinem venezolanischen Amtskollegen Arreaza teil. Foto: Matias Delacroix/AP/dpa

Der iranische Aussenminister hat den gewählten US-Präsidenten Joe Biden als einen erfahrenen Politiker gelobt, mit dem auch eine Einigung im Atomstreit «durchaus machbar» wäre. «Herr Biden kennt die Aussenpolitik weitaus besser als (US-Präsident Donald) Trump und ist auch gegen (Trumps) Unilateralismus», sagte Mohammed Dschawad Sarif in einem Interview der Tageszeitung «Iran» (Mittwoch). Er kenne Biden seit mehr als 30 Jahren und habe ihn auch während seiner eigenen Funktion als UN-Botschafter (2002 bis 2007) in New York persönlich getroffen, fügte Sarif hinzu.

Der iranische Aussenminister sieht eine realistische Chance auf eine Einigung mit dem künftigen US-Präsidenten im Streit um das iranische Atomprogramm. Sobald Biden entscheiden sollte, zum Wiener Atomabkommen von 2015 zurückzukehren und es umzusetzen, werde der Iran dies umgehend ebenfalls tun. "Das ist durchaus machbar und braucht weder Bedingungen noch Verhandlungen", so der Chefdiplomat. Ähnlich hatte sich zuvor auch Irans Präsident Hassan Ruhani geäussert.

Trump war 2018 aus dem Atomdeal ausgestiegen. Das Abkommen sollte dafür sorgen, dass der Iran sein Atomprogramm nur mit einem niedrigen Urananreicherungsgrad und ausschliesslich zu zivilen Zwecken nutzt und keine Atombombe bauen kann. Darüber hinaus hatte Trump auch neue Sanktionen gegen den Iran verhängt. Als Reaktion ignorierte auch der Iran schrittweise seine Verpflichtungen aus dem Deal.

Die US-Sanktionen stürzten die islamische Republik in die schlimmste Wirtschaftskrise ihrer Geschichte, die durch die Corona-Pandemie noch weiter verschärft wurde. Sollten die Sanktionen aufgehoben werden, könnte auch der Ölexport als wichtigste Einnahmequelle des Irans wieder anziehen.

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