WEF 2014

«Iran ist Hindernis für Frieden»: Israel kritisiert Iran-Rede scharf

Israels Benjamin Netanjahu (rechts) zerriss die Rede von Irans Präsident Ruhani in der Luft

Israels Benjamin Netanjahu (rechts) zerriss die Rede von Irans Präsident Ruhani in der Luft

Nach Israels Präsident Shimon Peres hat auch Premierminister Benjamin Netanjahu die Davoser Rede des iranischen Staatsoberhaupts Hassan Ruhani scharf kritisiert. Iran sei ein Hindernis für den Frieden im Nahen Osten, sagte Netanjahu am WEF.

Die "sanften Worte" Ruhanis, der von Mässigung und Zusammenarbeit gesprochen hatte, ändere nichts an der Situation: "Der Iran ändert die Worte, aber nicht sein Handeln", so Netanjahu am Donnerstag. Die Rede, die Ruhani wenige Stunden zuvor gehalten hatte, habe nichts mit dem zu tun, was in der Realität passiere.

"Es klingt gut, ich wünschte, es wäre so, aber es ist nicht so", sagte der Premierminister über die Ruhani-Rede. Iran sei mit seiner Unterstützung des Assad-Regimes Teil des Syrienkonflikts und mitverantwortlich für das Töten im Bürgerkriegsland. Iran beeinflusse auch die Palästinenser: "Wenn der iranische Schirm von diesen Leuten weg wäre, wäre das eine Gelegenheit für den Frieden."

In der arabischen Welt und auch in Teilen der palästinensischen Bevölkerung gebe es Vorbehalte gegenüber dem Iran, sagte Netanjahu weiter. Insofern hätten die Araber und Israel ein gemeinsames Interesse. Deutlich wurde Netanjahu bezüglich des iranischen Atomprogramms: Die Welt müsse verhindern, dass der Iran Atomwaffen erhalte.

Netanjahu kündigte an, dass er am Freitag in Davos den amerikanischen Aussenminister John Kerry treffen werde. Kürzlich hatte eine verbale Attacke des israelischen Verteidigungsministers Mosche Jaalon auf Kerry das Verhältnis der eng befreundeten Staaten belastet. Der Verteidigungsminister hatte Kerry gemäss Medienberichten unter anderem eine "unverständliche Besessenheit und messianischen Eifer" bei seinen Friedensbemühungen im Nahen Osten unterstellt.

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