Atomstreit - Iran

Iran gibt sich nach neuem Atombericht unnachgiebig

Zivile oder militärische Nutzung? Atomanlage im Iran (Archiv)

Zivile oder militärische Nutzung? Atomanlage im Iran (Archiv)

Der Iran hat sich als Reaktion auf den entlarvenden Atombericht der IAEA unnachgiebig gezeigt. Sein Land werde «kein Jota von seinem Weg abweichen», erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch. Dies will der Westen nicht hinnehmen.

Nach den neuesten Erkenntnissen der UNO-Atomaufseher hat der Iran zumindest bis 2010 an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet. Das Land setze wohl auch die waffenrelevante Forschung insgeheim fort, hiess es in dem Papier.

Erst kürzlich habe der Iran leicht angereichertes, nukleares Material in eine unterirdische Anlage geschafft. Allerdings baue das Land derzeit keine Bombe und wäre dazu - den Willen der politischen Führung vorausgesetzt - frühestens in einem Jahr fähig.

Weiter verschärfen

Mehrere europäische Länder schlossen sich am Mittwoch der Forderung der USA nach schärferen Sanktionen an. Zugleich distanzierten sie sich von dem von Israel angedrohten Militärschlag gegen den Iran.

Frankreichs Aussenminister Alain Juppé forderte, der UNO-Sicherheitsrat solle sich mit dem Atomstreit befassen. Sollte der Iran nicht die Forderungen der Staatengemeinschaft erfüllen und die Zusammenarbeit verweigern, sei man zu Sanktionen "in einem bislang nicht bekannten Ausmass" bereit, sagte er dem Sender RFI.

Der britische Aussenminister William Hague rief den Iran zu "ernsthaften Verhandlungen" über das Atomprogramm auf. Verhandlungen hätten jedoch nur Sinn, wenn der Iran bereit sei, "ohne Vorbedingungen" in die Gespräche zu gehen, sagte Hague im britischen Unterhaus. Ansonsten müsse der Druck weiter erhöht werden.

Israel, das einen Militärschlag gegen iranische Atomanlagen nicht ausschliesst, forderte in einer kurzen Reaktion, dem iranischen Streben nach Atomwaffen ein Ende zu setzen. Der Bericht bestätige, was Israel und die internationale Gemeinschaft bereits vermutet hatten.

Kritik an IAEA

In Israel geriet die Atombehörde selbst in die Kritik. Israels Regierungsspitze ist nach unbestätigten Medienberichten empört über den ehemaligen IAEA-Generaldirektor Mohammed el-Baradei.

Nach der Veröffentlichung des neuen IAEA-Berichts werde dem Ägypter vorgeworfen, er habe das iranische Atomwaffenprogramm jahrelang gedeckt, schrieb die israelische Zeitung "Jediot Achronot" am Mittwoch.

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