China

Inhaftierter Friedensnobelpreisträger Liu bekommt Familienbesuch

Liu Xiaobo (Archiv)

Liu Xiaobo (Archiv)

Die chinesischen Behörden haben dem inhaftierten Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo nach dem Tod seines Vaters einen Besuch bei seiner Familie gestattet.

Der 55-Jährige sei am 18. September kurz zu einer Trauerfeier nach Hause gekommen, sagte sein Bruder Liu Xiaoxuan am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Es sind die ersten Informationen über das Schicksal des Aktivisten seit über einem Jahr.

Liu besuchte sein Zuhause in der Region Dalian im Nordosten des Landes am siebten Tag nach dem Tod des Vaters. Gemäss der chinesischen Tradition findet drei Tage nach dem Tod eines Angehörigen die Beerdigung statt, eine Trauerfeier im engsten Kreis wird dann am siebten Tag abgehalten.

Er dürfe aber keine detaillierten Angaben darüber machen, wie lange sich Liu zuhause aufgehalten habe und was er dort getan habe, sagte sein Bruder. Der Menschenrechtsaktivist war 2009 wegen Untergrabung der Staatsgewalt zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Oslo-Reise untersagt

Seine Haft wird äusserst strikt gehandhabt. Im vergangenen Jahr wurde Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, konnte ihn aber nicht selbst entgegennehmen.

Die Regierung in Peking bezeichnet den Mitverfasser der Charta 08, die tiefgreifende politische Reformen in China fordert, als "Kriminellen". Am Freitag wird der diesjährige Träger des Friedensnobelpreises bekanntgegeben.

Am vergangenen Mittwoch wurde Liu nach Angaben seines Bruders von seinen Brüdern im Gefängnis im Nordosten Chinas besucht. "Er ist in guter körperlicher Verfassung", berichtete Liu Xiaoxuan.

Erste Besuche 2011

Zuvor habe im August auch die Ehefrau des Inhaftierten, Liu Xia, ihrem Mann einen Besuch abgestattet. Es waren offenbar die ersten Besuche für Liu Xiaobo in diesem Jahr.

Seine Frau steht unter Hausarrest. Nach Informationen der chinesischen Menschenrechtsgruppe CHRD, die die Besuche im Gefängnis bestätigte, wurde es der Familie Lius untersagt, darüber zu sprechen. Die Polizei sowie das chinesische Ministerium für öffentliche Sicherheit äusserten sich nicht.

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