Hintergrund sind umstrittene Aussagen Maassens unter anderem über die grosse Koalition. Eine bekannt gewordene Rede Maassens enthalte "inakzeptable Formulierungen", sagte Seehofer. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei ihm mit Maassen nicht mehr möglich.

Er halte es unter anderem für "nicht akzeptabel", von linksradikalen Kräften in der SPD zu sprechen. Der Innenminister bezeichnete sich als "menschlich enttäuscht".

In einer Rede vor dem "Berner Club", einem internationalen Kreis von Geheimdienstchefs, hatte Maassen dem Redemanuskript zufolge sein umstrittenes Interview verteidigt, in dem er seine Einschätzung wiedergab, es habe in Chemnitz keine rechtsextremen Hetzjagden gegeben.

Weiter sagte Maassen demnach: "Aus meiner Sicht war dies für linksradikale Kräfte in der SPD, die von vorneherein dagegen waren, eine Koalition mit der CDU/CSU einzugehen, der willkommene Anlass, um einen Bruch dieser Koalition zu provozieren."

Maassen wurde nach Angaben von Seehofer von seinen Pflichten freigestellt. Dieser Schritt sei durch die Rede "unvermeidlich" geworden, sagte Seehofer, der sich im Koalitionsstreit um Maassen bislang hinter den Spitzenbeamten gestellt hatte.

Die Leitung des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) übernimmt zunächst der Vizepräsident der Behörde, Thomas Haldenwang. Seehofer kündigte an, er werde dem Bundeskabinett zeitnah einen Vorschlag über die Neuregelung der Führung im BfV zur Entscheidung vorlegen.

Maassen hatte mit seinen Zweifel an Berichten über Hetzjagden der Demonstrationen in Chemnitz bereits in den vergangenen Monaten für Kritik gesorgt. Seehofer hatte sich zunächst hinter Maassen gestellt und eine Entlassung ausgeschlossen.(sda/sam)