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In Frankreich beginnt Prozess um Verstrahlungsskandal mit 7 Toten

Eine Strahlenbehandlung einer Krebspatientin (Symbolbild)

Eine Strahlenbehandlung einer Krebspatientin (Symbolbild)

In Anwesenheit von dutzenden Betroffenen hat am Montag in Paris der Prozess um den bisher grössten Verstrahlungsskandal in Frankreich begonnen. Dabei geht es um fast 450 Krebspatienten, die zwischen 2001 und 2006 im Spital des ostfranzösischen Städtchens Epinal zum Teil stark überhöhte Strahlendosen erhalten hatten.

Sieben der Betroffenen, zumeist an Prostatakrebs erkrankte Männer, sind mittlerweile an den Folgen der Verstrahlung gestorben. Von den anderen Opfern sind viele inzwischen behindert. Mehrere erlitten so starke Verbrennungen, dass sie einen künstlichen Darmausgang bekommen mussten.

Die 2006 nach den ersten Strafanzeigen eingeleiteten Ermittlungen der zuständigen Aufsichtsbehörde in Paris ergaben eine Reihe von schweren Irrtümern. Demnach war die Software einer neuen Generation von Bestrahlungsgeräten, die das Spital 2004 angeschafft hatte, nicht richtig eingestellt.

Ausserdem wurden beim Zusammenrechnen der Strahlendosen im Zuge der Krebsbehandlung frühere Bestrahlungen nicht einbezogen. Durch diese Fehler erhielten die Patienten um zehn bis 20 Prozent überhöhte Dosen.

Bei den Angeklagten handelt es sich um zwei 64 und 62 Jahre alte Radiologen, einen Physiker, die Leiterin des Spitals sowie um Vertreter der regionalen Gesundheitsbehörden.

Die Verhandlungen vor dem Pariser Strafgericht sollen bis Ende Oktober dauern. Weil viele der Opfer aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands nicht nach Paris fahren können, wird der Prozess in einen Gerichtssaal von Epinal übertragen.

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