Von einem Vertreter der türkischen Aussenministeriums erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, dass sich im Laufe des Tages zwei Generäle, ein Oberst und ein Feldwebel aus Syrien gemeldet hätten. Sie gehörten zu einer Gruppe von 234 Menschen, die nach der Eroberung des Viertel Baba Amro in der Oppositionshochburg Homs in die Türkei geflohen seien. In den vergangenen Tagen hätten rund 800 Syrer die Grenze passiert.

Zuvor war als bislang höchster Regierungsvertreter der stellvertretende Ölminister Abdo Hussameldin zur Opposition gewechselt.

Der deutsche Aussenminister Westerwelle nannte es "eine sehr gute Nachricht", dass hohe Regierungsvertreter und Militärs Assad den Rücken kehren. "Der Zerfallsprozess des Assad-Regimes hat begonnen. Die Erosionserscheinungen werden sich fortsetzen", erklärte Westerwelle bei einem Treffen der EU-Aussenminister am Freitag in Kopenhagen.

Humanitäre Hilfe

UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos forderte einen ungehinderten Zugang für Hilfsorganisationen in Syrien, um Verletzte in Sicherheit zu bringen und Hilfsgüter bereitstellen zu können.

Amos berichtete in Ankara, dass die syrische Regierung einer gemeinsamen Mission zugestimmt habe, um den Bedarf der Bevölkerung nach humanitärer Hilfe in den am schwersten vom Konflikt betroffenen Gebieten zu prüfen. Die Vereinten Nationen planen eine Hilfsaktion für 1,5 Millionen Menschen, denen es am Nötigsten mangelt.

Russland lehnte auch den neuen Entwurf einer Resolution des UNO-Sicherheitsrats zu Syrien als "unausgewogen" ab. "Wir können mit dem Resolutionsentwurf in seiner derzeitigen Form nicht einverstanden sein", sagte der russische Vize-Aussenminister Gennadi Gatilow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Es würde nicht beide Seiten gleichermassen zu einem Gewaltverzicht aufgerufen.

Am Samstag wird der Syrien-Sonderbeauftragte Kofi Annan in Damaskus erwartet. Der Beauftragte von UNO und Arabischer Liga will für eine Verhandlungslösung werben.