Sall kommt nach lokalen Medienberichten momentan auf 25 Prozent. Vor Wade hatte bereits Sall erklärt, ein zweiter Wahlgang sei unvermeidbar".

Der Ex-Regierungschef gab sich einen Tag nach der ersten Wahlrunde optimistisch. "Wir haben die grössten Wahlkreise des Landes gewonnen", hiess es in der Mitteilung Salls. Darunter seien auch die vier Wahlbezirke in der Region der Hauptstadt Dakar.

Nach Angaben seines Wahlkampfteams lieferte er sich mit Wade ein "Kopf-an-Kopf-Rennen". Wades Stimmanteil lag demnach zwischen 34 und 36 Prozent, Salls zwischen 32 und 34 Prozent.

Auch das Wahlkampfteam des ehemaligen Ministerpräsidenten Moustapha Niasse ging von einem zweiten Wahlgang aus. Demnach lag Präsident Wade nach der Auszählung von 60 Prozent der Stimmen bei rund 30 Prozent. Auf Sall entfielen demnach etwa 26 Prozent und auf Niasse 20 Prozent.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur APS am Sonntagabend berichtet hatte, verlor gar Wade in seinem eigenen Wahlbezirk in Dakar gegen Niasse.

Wade nicht beliebt in der Schweiz

Die Senegalesen in der Schweiz gaben Ibrahim Fall (27 Prozent) die meisten Stimmen, an zweiter Stelle lag Niasse (19 Prozent) - Wade erreichte mit 13 Prozent nur Platz drei.

Wählen konnten die 348 in der Schweiz eingeschriebenen Senegalesen, davon hätten 72 Prozent an der Wahl teilgenommen, erklärte die senegalesische Vertretung in Genf.

Niederlage in der zweiten Runde?

Für Wade ist die Stichwahl eine herbe Enttäuschung. Er hatte mit einem Sieg im ersten Durchgang gerechnet. "Wades Welt bricht zusammen, Macky ergattert eine zweite Runde", titelte die Zeitung "L'Observateur". Der Soziologe Hadiya Tandian aus Dakar sagte der Nachrichtenagentur AFP, in einem zweiten Wahlgang habe Wade kaum eine Chance.

Die Wahlkommission kündigte die Bekanntgabe erster offizieller Ergebnisse auf regionaler Ebene für Dienstag an. Am Freitag soll dann das landesweite Resultat feststehen.

Ersten Schätzungen zufolge lag die Wahlbeteiligung bei rund 60 Prozent. Insgesamt sei der Urnengang ruhig und geordnet verlaufen, sagte der Leiter der Wahlkommission, Doudou Ndir. Nur vereinzelt habe es "Irritationen" und "Probleme" gegeben.