Die elsässischen Medien haben mit Erfolg Verbindungen des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron zum Elsass ausgegraben. Schon bevor er als Wirtschaftsminister und Präsidentschaftskandidat in die Region kam, hat Macron einen Teil seiner Ausbildung an der französischen Elitehochschule «Ecole nationale d’administration» (ENA) in Strassburg absolviert.

Im Zuge der Dezentralisierung war die Schule 1992 teilweise von Paris ins Elsass verlegt worden. Die Jahre danach lief die Ausbildung zeitgleich in Paris und Strassburg, 2005 zog sie ganz in die Europastadt. Macron kam 2002 im Alter von 25 Jahren an die ENA, war also nur einen Teil der zweijährigen Ausbildung im Elsass. Aufgefallen sei er wegen seinem Interesse an Philosophie und Kultur, zitiert die «Dernières Nouvelles d’Alsace» eine Mitstudentin.

Laut Olivier Becht, Maire von Rixheim bei Mulhouse, der im gleichen Jahrgang war, sei Macron damals linksliberal aufgetreten. Er habe sich für die Politik von Tony Blair und Gerhard Schröder interessiert, die einen «dritten Weg» für Europa gesucht hätten.

Sogar zweimal hat Macrons Ehefrau Brigitte im Elsass gelebt. Das erste Mal Mitte der 1970er-Jahre in Strassburg. Von 1987 bis 1991 lebte sie erneut mit ihrem damaligen Ehemann und den drei Töchtern in dem kleinen Ort Truchtersheim, 15 Kilometer nordwestlich von Strassburg. Sie hat sich dort politisch in der Jugendpolitik engagiert, wurde aber bei den Kommunalwahlen 1989 nicht gewählt, da sie zu wenig bekannt war. In Truchtersheim und später in Strassburg arbeitete sie als Lehrerin. Die Macrons heirateten 2007.