"Die Lage hat einen katastrophalen Punkt erreicht. Es ist nötig, die humanitäre Hilfe zu verstärken. Wir müssen und können unsere Aktivitäten ausweiten", sagte IKRK-Einsatzleiter Pierre Krähenbühl am Freitag in Genf nach einem Aufenthalt in Syrien.

Die IKRK-Mitarbeiter hätten diese Woche über die Frontlinie hinweg Hilfsgüter nach Hula bringen können. "Wir können unsere Hilfe erhöhen, weil wir einen regelmässigeren Zugang haben", sagte Krähenbühl. Grund dafür seien eine grössere Präsenz und eine bessere Akzeptanz der Hilfe durch die Konfliktparteien.

Das IKRK hat sein Budget für 2013 in Syrien auf 53 Millionen Franken verdoppelt. Die Organisation will zudem mehr Mitarbeiter in Syrien einsetzen. Heute sind in dem Land 80 Einheimische und Personen aus anderen Ländern für die Organisation tätig.

Im vergangenen Jahr hatte das IKRK zusammen mit dem syrischen Roten Halbmond 1,5 Millionen Menschen in Syrien unterstützt. Das Rote Kreuz unterstütze Notleidende ohne Unterschied, auch in den Gebieten unter Kontrolle der Rebellen, denn die Frontlinien verschöben sich laufend.

Keine Fortschritte seit September

Bei seinem Aufenthalt in Syrien sprach Krähenbühl mit dem syrischen Aussenminister Walid al-Muallem über einen Plan für Gefangenenbesuche. Seit der Zusage von Präsident Baschar al-Assad im September habe es keine Fortschritte gegeben, sagte Krähenbühl.

Muallem habe bekräftigt, die Behörden würden dem IKRK Zugang zu den Gefangenen geben. Das IKRK hatte zuletzt im Mai 2012 die Hauptgefängnisse in Damaskus und Aleppo besuchen können.