Australien

«Ich dachte, wir würden lebendig verbrennen» – herzzerreissend, wie diese Wildtierpflegerin um ihre Kängurus weint

Feuerhölle: Millionen Tiere sterben bei den Bränden in Australien

Rae Harvey betreibt die «Wild2Free»-Auffangstation für Kängurus und Wallabys in New South Wales im Süden von Australien. Dort wurde die Tierschützerin mit ihren Tieren von den Flammen der Buschfeuer eingeschlossen.

Bei den verheerenden Buschbränden in Australien sind bereits rund eine Milliarde Tiere gestorben. Vielerorts säumen Kadaver die Strassen. Auch viele Wildtier-Auffangstationen fielen den Flammen zum Opfer. Was das heisst, zeigt der Fall von Rae Harvey und ihren Kängurus.

Man kann fast nicht hinsehen. Rae Harvey betreibt die «Wild2Free»-Auffangstation für Kängurus und Wallabys in New South Wales im Süden von Australien. Dort wurde die Tierschützerin mit ihren Tieren von den Flammen der Buschfeuer eingeschlossen.

«Ich dachte, wir würden lebendig verbrennen», schildert Harvey die Situation gegenüber den australischen Medien und kann Tränen und Emotionen nicht zurückhalten. «Ich dachte, alle Tiere würden sterben, es gab so viel Rauch und Feuer.» All die Tiere, die ihr so viel bedeuten: «Jedes Tier hat eine wunderbare Persönlichkeit, die Menschen wissen gar nicht, wie viel sie für die Umwelt bedeuten.»

Die Frau konnte schliesslich von der Feuerwehr gerettet werden. Und die Tiere? Rae Harvey ist mittlerweile zurückgekehrt und kümmert sich um ihre Kängurus. 22 sind bis jetzt zurückgekehrt, manche von ihnen schwer verletzt. Nun haben sie verbundene Füsse oder bekommen Wasser und Streicheleinheiten. Harvey befürchtet, dass Dutzende ihrer Schützlinge das Feuer nicht überlebt haben.

Millionen tote Tiere – wirbellose nicht mitgezählt

Seit Wochen kämpft Australien gegen katastrophale Brände. Gemäss Schätzungen sind bereits eine Milliarde Tiere den Flammen zum Opfer gefallen. Alleine im Bundesstaat New South Wales an der Ostküste seien mehr als 800 Millionen Säugetiere wie Koalas oder Kängurus sowie Reptilien und Vögel getötet worden, sagte Chris Dickman, Ökologe und Professor an der Universität Sydney am Mittwoch laut Mitteilung. Viele der Tiere seien wahrscheinlich direkt durch die Feuer getötet worden, andere möglicherweise durch Mangel an Nahrung oder andere brandbedingte Umstände.

Nicht mitgezählt wurden demnach Frösche, Insekten und andere wirbellose Tiere. Bei den Zahlen handele es sich um sehr vorsichtige Schätzungen, die tatsächliche Anzahl der toten Tiere dürfte deutlich höher liegen, sagte Dickman. Mindestens 26 Menschen kamen ums Leben, Tausende verloren in den Flammen ihre Häuser.

Proteste und kein Ende der Katastrophe

In fünf der sechs Bundesstaaten Australiens toben immer noch Hunderte Feuer. «Wir sind weit entfernt vom Ende der Krise und dieser Katastrophe», sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag. Im Südosten Australiens haben 240'000 Menschen wegen der Brände per Handy einen Notfall-Alarm erhalten. Nach bis zu 40 Grad Hitze wurde teils starker Wind erwartet, was die Lage verschärfen könnte. 

Aus Protest gegen die Politik des konservativen Premiers kamen am Freitag zudem landesweit Zehntausende zu Protesten zusammen. Die Demos richteten sich dagegen, wie die Regierung mit den Buschfeuern umgeht. Die Demonstranten fordern ein schnelles Handeln in Sachen Klimawandel. (smo/dpa)

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