Jemen

Huthi-Rebellen und Regierung unterzeichnen Friedensvertrag im Jemen

Huthi-Kämpfer bei einem Checkpost in der Hauptstadt Sanaa

Huthi-Kämpfer bei einem Checkpost in der Hauptstadt Sanaa

Jemens führende Politiker und Anführer der schiitischen Huthi-Rebellen haben nach Wochen blutiger Auseinandersetzungen in Sanaa einen Friedensvertrag unterzeichnet. Die Einigung sei in Anwesenheit des Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi erfolgt.

Dies berichtete die offizielle jemenitische Nachrichtenagentur Saba am Sonntag. Der Vertrag war durch den UNO-Sondergesandten für den Jemen, Jamal Benomar, bereits am Samstag vermittelt worden. Teil der Vereinbarung sei es, dass eine Experten-Regierung gebildet werden solle, sagte Benomar.

Das unterzeichnete Friedensabkommen fusst auf einer schwierigen Ausgangslage. Noch am Sonntag waren schiitische Huthi-Rebellen weiter in die Hauptstadt Sanaa vorgerückt.

Inmitten der heftigen Kämpfe erklärte Jemens Ministerpräsident Mohammed Basindawa seinen Rücktritt. Präsident Hadi lehnt den Rücktritt nach Angaben von Saba jedoch ab.

In Sanaa gab es seit Tagen heftige Gefechte zwischen den schiitischen Rebellen und regierungstreuen sunnitischen Kämpfern, die von der Armee unterstützt werden. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet.

Armee-Hauptquartier gestürmt

Am Sonntag stürmten die Rebellen nach Medienangaben das Armee-Hauptquartier und einen Militärstützpunkt im Norden der Stadt. Ein Führungsmitglied der Huthis sagte der Nachrichtenagentur dpa, die vorangegangenen Kämpfe der Rebellen gegen die Armee hätten nichts mit der ausgehandelten Einigung zu tun.

Mit Blick auf den im Norden eroberten Stützpunkt sagte der Huthi-Sprecher, die Gefechte richteten sich nicht gegen die Regierung, sondern allein gegen "korrupte Gruppen im Land".

Flugverbindungen gekappt

Bereits in der Nacht auf Sonntag hatten die Kämpfe ungeachtet einer eigentlich geltenden nächtlichen Ausgangssperre angedauert. Vor allem aus dem Norden der Hauptstadt waren Explosionen und Gefechtslärm zu hören.

Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten flüchteten zahlreiche Menschen aus den umkämpften Gebieten, der Rest der Hauptstadt glich am Sonntag einer Geisterstadt.

Die internationalen Flugverbindungen nach Sanaa sind bereits seit Freitag gekappt. Die Schulen sollen bis auf auf weiteres geschlossen bleiben, die Universitäten bis Mitte Oktober. Der grösste Markt in Sanaa, der Ali-Mohsen-Basar, ist bereits seit mehreren Tagen geschlossen.

Luftschläge gegen Huthi-Stellungen

Der Jemen befindet sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Ali Abdullah Saleh im Februar 2012 in einer langwierigen Phase des politischen Umbruchs. Unter Salehs Herrschaft hatten die Schiiten immer wieder über eine Benachteiligung ihrer Gemeinschaft geklagt. Sie fordern eine Beteiligung an der Macht.

Obgleich der Huthi-Aufstand 2010 beendet wurde, hatten Huthi-Rebellen im August erneut Demonstrationen gegen die jemenitische Regierung begonnen. Vor einer Woche begann die Armee, Luftschläge gegen Huthi-Stellungen zu fliegen. Hunderte Menschen kamen bislang ums Leben.

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