"Tomas" war am Freitag westlich an Haiti vorbeigeschrammt und verschonte das Land weitgehend. Am Samstag schwächte er sich zum Tropensturm ab, streifte den Osten Kubas und überquerte die südlichen Bahamas.

Lediglich im äussersten Südwesten Haitis kam es in mehreren Ortschaften zu Überschwemmungen. Der Sturm beschädigte Häuser und deckte viele Blechdächer von den Hütten ab.

In der Hauptstadt Port-au-Prince richtete der Sturm kaum Schäden an, jedoch setzte dort in der Nacht zum Samstag noch einmal heftiger Regen ein. Die haitianische Regierung, die internationalen Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen warnten weiter vor der Gefahr von tödlichen Erdrutschen und Überschwemmungen.

Es bestehe zudem die Gefahr, dass zahlreiche Gebiete in Zentralhaiti von der Aussenwelt abgeschnitten würden, hiess es. Dort war vor drei Wochen erstmals seit über 100 Jahren die Cholera ausgebrochen. Mehr als 440 Menschen starben bisher.

Die USA haben unter anderem einen Helikopterträger aus Puerto Rico nach Haiti in Bewegung gesetzt. Die UNO schickte Soldaten und Bautrupps in gefährdete Gebiete, die im Notfall der Bevölkerung schnell helfen und Schäden an Strassen und Stromleitungen beheben sollen.

Sturm abgeschwächt

Wirbelsturm "Tomas", durch den Ende Oktober bereits elf Menschen auf der ostkaribischen Insel St. Lucia ums Leben gekommen waren, war am Freitag mit Windgeschwindigkeiten von 145 Kilometern in der Stunde auf den Osten Kubas zugetobt.

Im weit entfernten Costa Rica waren zuvor bei einem von "Tomas" ausgelösten Bergrutsch 23 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als zehn Menschen wurden noch vermisst.

Nach Angaben der Meteorologen des US-Hurrikanzentrums in Miami passierte "Tomas" abgeschwächt zum Tropensturm in der Nacht zum Samstag die Meerenge zwischen dem Norden Haitis und Kuba und überquerte die südlichen Bahamas.

Krisengeschütteltes Land

In Haiti haben die UNO seit 2004 eine 10'000 Mann starke Truppe, die Minustah, stationiert, die das wirtschaftlich und politisch zerrüttete Land stabilisieren soll. Die meisten Hilfsorganisationen sind seit Januar im Land, um Haiti beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben zu helfen.