"Wir müssen uns für die Toten einsetzen, der Staat existiert in Griechenland nicht, er schützt seine Bürger nicht, und das kann so nicht weitergehen", sagte ein Teilnehmer mit einer Kerze in der Hand am Montagabend.

Im Zusammenhang mit den Waldbränden in Küstenorten nahe Athen kamen nach neuen Angaben 92 Menschen ums Leben. Nach Angaben der Feuerwehr war am Montag ein weiteres Todesopfer entdeckt worden. Das Opfer wurde demnach ertrunken in der Nähe eines Strandes entdeckt.

Unter den bislang identifizierten Toten sind mehrere Kinder sowie vier ausländische Touristen. Schweizer Staatsbürger sind nach Angaben des Aussendepartements in Bern nicht darunter.

Viele Menschen in den auch bei Touristen beliebten Küstenorten waren vor den Flammen ans Meer geflüchtet. Viele warteten stundenlang im Wasser auf Hilfe. Zu Hilfe kamen letztlich statt der Küstenwache oder der Marine örtliche Fischer.

Kritik an Behörden

Regierungschef Alexis Tsipras traf am Montag zu einem unangekündigten Besuch in der Brandregion ein, wo er sich bei Feuerwehrleuten bedankte und ihnen Mut zusprach. Vertreter der konservativen Opposition warfen ihm vor, die Gegend heimlich "wie ein Dieb" besucht zu haben. Die Bevölkerung verlange, die Wahrheit darüber zu erfahren, "warum so viele Menschenleben ungerechterweise verloren wurden".

Die Kritik am Umgang der Behörden mit der Katastrophe hatte zuletzt weiter zugenommen. Tsipras hatte am Freitag gesagt, er trage die "politische Verantwortung" für die Tragödie. Politische Gegner erklärten jedoch, dies sei ohne seinen Rücktritt eine leere Geste.

Die Regierung erklärte, eine effektive Evakuierung der Gebiete sei in der Schnelle der Zeit und angesichts von Winden von bis zu 120 Stundenkilometern kaum möglich gewesen.