Bei einem Angriff auf ein Touristenhotel im beliebten ägyptischen Badeort Hurghada haben Bewaffnete mindestens drei Touristen mit Messern verletzt. Zwei der Opfer seien Österreicher, das dritte stamme aus Schweden, teilte das ägyptische Innenministerium am Freitagabend mit.

Die verletzten Touristen seien in einem "stabilen Zustand", teilte das Gesundheitsministerium mit. Es handle sich um "leichte Verletzungen".

Erste Berichte unter Berufung auf Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen, denen zufolge ein Deutscher und ein Däne verletzt worden seien, bestätigten sich zunächst nicht.

Dem Innenministerium zufolge wurde ein Angreifer, ein 21 Jahre alter Student, von Sicherheitskräften getötet und der zweite schwer verletzt. Die beiden griffen das Hotel "Bella Vista" am Roten Meer über ein an einer Strasse gelegenes Restaurant an. Sie hätten die Touristen mit Messern bedroht, hiess es.

Augenzeugen berichteten, die Angreifer seien vom Meer aus gekommen und in das Restaurant eingedrungen, wo die Touristen gerade beim Abendessen waren. Einer von ihnen habe einen Touristen in seine Gewalt bringen können und versucht, ihn zu töten. Sicherheitskräfte konnten die beiden Terroristen demnach stoppen.

Regelmässig Anschläge

Hurghada liegt am Westufer des Roten Meeres und ist vor allem in den Wintermonaten und bei Tauchern beliebt. Doch die Buchungen gingen zuletzt zurück, weil es in Ägypten seit Monaten regelmässig zu Terroranschlägen kommt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu zahlreichen Angriffen bekannt.

Im Oktober stürzte über der Sinai-Halbinsel ein russisches Passagierflugzeug nach dem Start im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich ab, alle 224 Menschen an Bord kamen ums Leben. Der russische Geheimdienst geht von einem Terroranschlag aus. Der IS bekannte sich dazu. Die Extremisten haben ihre Hochburg im Sinai.

Der Flugzeugabsturz versetzte der ägyptischen Tourismusindustrie, einem der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, einen schweren Rückschlag. Mehrere europäische Luftlinien setzten ihre Flüge nach Scharm el Scheich aus. Auch in anderen ägyptischen Tourismusregionen gingen die Touristenzahlen deutlich zurück.

Ägypten ist aber nicht das einzige nordafrikanische Land, das unter dem Terror leidet. Im vergangenen Sommer hatte ein Student in dem tunesischen Badeort Sousse 38 Touristen erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Er hatte am Strand das Feuer auf die Touristen eröffnet.

Die meisten Opfer waren Briten, zwei Deutsche kamen ebenfalls ums Leben. Bei einem Angriff auf das Bardo-Museum in der tunesischen Hauptstadt Tunis hatten Bewaffnete im März 2015 ebenfalls überwiegend ausländische Urlauber erschossen.