Irak

Höchststrafe für früheren irakischen Vize-Regierungschef Asis

Tarik Asis vom obersten Gerichtshof zum Tode verurteilt (Archiv)

Tarik Asis vom obersten Gerichtshof zum Tode verurteilt (Archiv)

Im Irak hat der Oberste Gerichtshof den früheren Saddam-Hussein-Vertrauten Tarek Asis zum Tode verurteilt. Die Richter befanden den ehemaligen Aussenminister der Verfolgung islamischer Parteien während der Diktatur von Saddam Hussein für schuldig.

Auch der frühere irakische Innenminister Saadun Schaker und Abid Hamud, ehemaliger Sekretär von Saddam Hussein, hätten die Höchststrafe erhalten, wie das irakische Fernsehen am Dienstag berichtete.

Der Anwalt von Asis erwägt in Berufung zu gehen. Asis hat 30 Tage Zeit dafür. Wenn das Berufungsgericht das Urteil bestätigt, muss es laut Gesetz innerhalb von weiteren 30 Tagen vollstreckt werden. Auch der irakische Präsident muss das Urteil unterzeichnen.

Im vorigen Jahr war Asis bereits wegen der Hinrichtung von 42 Kaufleuten und der Verfolgung von Kurden während der Ära von Saddam Hussein zu insgesamt 22 Jahren Haft verurteilt worden.

Die Beweise und die Zeugenaussagen rechtfertigten die Todesstrafe gegen den heute 74-jährigen Asis, urteilten die Richter. Zu den unter dem Regime von Saddam Hussein verfolgten islamischen Organisationen gehörte auch die Dawa-Partei des heutigen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki.

Massaker an Schiiten

Während der Herrschaft Saddam Husseins war einzig die Baath-Partei zugelassen. Die Spitzenvertreter der verfolgten Parteien wurden getötet, ins Gefängnis gesteckt oder ins Exil gezwungen.

Im Ausland galt Tarek Asis als Gesicht und Stimme des Irak unter Saddam Hussein. Im April 2003 stellte er sich den US-Invasionstruppen, die ihn im vergangenen Juli der irakischen Justiz übergaben.

Mann der ersten Stunde

Asis wurde im April 1936 in der nordirakischen Stadt Mossul in eine Familie chaldäischer Christen geboren. Er änderte seinen Namen von Michael Yuhanna in Tarek Asis, um Anfeindungen wegen seines Glaubens den Boden zu entziehen. Saddam Hussein kannte er bereits seit den 50er Jahren und ist somit einer seiner Mitstreiter der ersten Stunde.

Seit 1963 gehörte Asis zur Führung der heute verbotenen Baath-Partei. Von 1974 bis 1977 war Asis Informationsminister. Als Saddam Hussein 1979 an die Macht kam, wurde er Mitglied des obersten Entscheidungsgremiums, des Revolutionären Kommandorats. Vier Jahre später übernahm er das Amt des Aussenministers, was er bis 1991 blieb.

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