Österreich

Hitlers Geburtsort Braunau erkennt Diktator Ehrenbürgerwürde ab

Das Haus der Familie Hitler in Braunau (Archiv)

Das Haus der Familie Hitler in Braunau (Archiv)

Adolf Hitlers österreichischer Geburtsort Braunau am Inn hat in einer symbolischen Entscheidung dem Diktator 66 Jahre nach seinem Tod die Ehrenbürgerwürde sowie das Heimatrecht entzogen.

Der Gemeinderat der Stadt an der deutschen Grenze stimmte am Donnerstagabend einstimmig dafür, die 1938 verliehenen Ehrungen zu entziehen, wie der Rat am Freitag mitteilte. Mit dieser Entscheidung habe der Gemeinderat ein klares Signal ausgesendet, erklärte der Bürgermeister Johannes Waidbacher.

Die Stadt Ranshofen, die später in der Gemeinde Braunau aufging, hatte kurz nach dem so genannten Anschluss Österreichs an Deutschland Hitler am 4. April 1938 die Ehrenbürgerwürde verliehen. Fünf Tage zuvor hatte Braunau dem NSDAP-Führer, der 1889 in der oberösterreichischen Stadt geboren wurde, in einem symbolischen Schritt dieselben sozialen Rechte wie seinen Einwohnern gegeben.

Rechtspopulisten ursprünglich gegen Entscheid

In den vergangenen Monaten hatte die Weigerung der rechtspopulistischen FPÖ, die Entscheidung mitzutragen, Hitler die in verschiedenen Städten verliehenen Ehrungen abzuerkennen, für Streit gesorgt. Die FPÖ begründete die Weigerung damit, dass die Ehrungen nach dem Tode nicht mehr aberkannt werden können.

Kritiker warfen ihr dagegen vor, mit ihrer ambivalenten Haltung nach Stimmen am rechten Rand zu fischen. Die FPÖ-Gemeinderatsmitglieder stimmten am Donnerstag aber mit für den Entzug der Ehrungen.

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