US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nähern sich mit demonstrativer Zuversicht ihrem historischen Gipfeltreffen. Trump gab auf Twitter bekannt, dass das Treffen am 12. Juni in Singapur stattfinden werde.

Nach Informationen aus dem US-Aussenministerium laufen die Planungen für eine eintägige Veranstaltung. Allerdings gebe es die Möglichkeit, das Treffen bei Bedarf in den Folgetag hinein zu verlängern.

Mit der seit 1963 unabhängigen, ehemaligen britischen Kronkolonie Singapur wählten beide Seiten einen Stadtstaat, der für ein weitgehend friedliches Zusammenleben unterschiedlichster Kulturen und Religionen auf engstem Raum bekannt ist.

Einen Monat vor dem geplanten Gipfel äusserten beide Seiten demonstrative Zuversicht. Kim sieht in dem Gipfel laut Staatsmedien eine historische Chance. Die Freilassung dreier in Nordkorea festgehaltener Amerikaner ebnete der Zusammenkunft weiter den Weg.

Trump inszenierte die Ankunft der Männer in der Nacht zum Donnerstag als Triumph. Mit Ehefrau Melania begrüsste er die drei und holte sie auf dem Stützpunkt Andrews bei Washington persönlich am Flugzeug ab.

"Wir wollen Kim Jong Un danken, der sich diesen drei unglaublichen Menschen gegenüber wirklich ausgezeichnet verhalten hat", sagte Trump. Die Freilassung sei ein Zeichen guten Willens.

Kim sagte, seine Begegnung mit Trump werde zudem ein "hervorragender erster Schritt sein, um die positive Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel zu fördern". Dies habe Kim am Mittwoch US-Aussenminister Mike Pompeo gegenüber gesagt, der zur Vorbereitung des Gipfels in Pjöngjang war, wie Staatsmedien berichteten.

Nordkoreanische Medien berichten freimütig

Kim und Pompeo hätten mit Blick auf den Gipfel über "praktische Dinge" gesprochen und dabei einen für beide Seiten "befriedigenden Konsens" erzielt, hiess es. Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap war es das erste Mal, dass die staatlichen Medien des abgeschotteten Landes offen über Kims Pläne für ein Treffen mit Trump sprachen.

Bei dem ersten Gipfel zwischen beiden Ländern geht es um eine friedliche Lösung des jahrelangen Konfliktes um das Atomprogramm Nordkoreas. Washington fordert von der stalinistischen Führung in Pjöngjang den dauerhaften Verzicht auf Atomwaffen.

Hilfszusagen von den Nachbarstaaten

Für den Fall einer vollständigen atomaren Abrüstung machten sich China, Japan und Südkorea für internationale Hilfszusagen an Nordkorea stark. Zugleich warnte Japan nach dem Treffen mit Südkorea und China am Mittwoch davor, den Druck auf Nordkorea zu früh zu verringern. Erst müssten den Ankündigungen Taten folgen.

Südkorea kündigte an, mit China Eisenbahnprojekte ausloten, um beide Länder mit einer Strecke durch Nordkorea zu verbinden.

Auch der direkte nordkoreanische Nachbar Russland hat Bereitschaft zur Beteiligung an Infrastrukturprojekten bekundet. Dabei geht es um trilaterale Projekte wie den Ausbau der Bahn-, Gas- und Strominfrastruktur zwischen den beiden koreanischen Staaten.

Freilassung als Zeichen guten Willens

Als Zeichen des guten Willens hatte Nordkorea drei Amerikaner freigelassen, die in dem Land wegen des Vorwurfs staatsfeindlicher Aktivitäten inhaftiert worden waren. Sie waren zusammen mit Pompeo in die USA zurückgekommen. Kim habe einen Befehl zur Begnadigung der drei US-Bürger erteilt, hiess es in den nordkoreanischen Medien.

Die nach ein bis drei Jahren Haft freigelassenen Männer - Kim Dong Chul, Tony Kim und Kim Hak Song - waren US-Angaben zufolge bei guter Gesundheit. Bei den Männern handelt es sich um zwei Dozenten der aus dem Ausland finanzierten Universität für Wissenschaft und Technologie in Pjöngjang sowie einen Missionar.

Nordkorea hat in den vergangenen Jahren neben einzelnen US-Bürgern auch immer wieder Südkoreaner und andere Ausländer festgenommen, in der Regel wegen des Vorwurfs "feindseliger Handlungen". Die Betroffenen spielten vor allem als potenzielle Trümpfe bei bevorstehenden Verhandlungen eine Rolle.

Zuletzt hatte die Familie des gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier die Regierung Nordkoreas wegen "brutaler Folter und Mordes" verklagt. Ende 2015 war der damals 21-jährige Warmbier nach einer Gruppenreise in dem Land bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2016 starb er - er hatte damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen.