Flüchtlinge

Hilfsorganisationen besorgt über Flüchtlingskrise in Europa

Bootsflüchtlinge aus Afrika, die ans italienische Festland gebracht werden (Archiv)

Bootsflüchtlinge aus Afrika, die ans italienische Festland gebracht werden (Archiv)

Mehr als 150'000 Flüchtlinge haben laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) seit Jahresbeginn die gefährliche Reise über das Mittelmeer nach Europa unternommen. Über 1900 kamen dabei ums Leben, wie Hilfsorganisation in Genf mitteilten.

Dem UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zufolge kamen allein an Griechenlands Küsten 77'000 Menschen an. Im gesamten vergangenen Jahr waren es knapp 34'500. Die Zahl der seit Januar in Italien eingetroffenen Flüchtlinge betrug etwa 75'000.

UNHCR-Sprecher William Spindler sagte, auf den griechischen Inseln landeten jeden Tag durchschnittlich 1000 Menschen, die meisten von ihnen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Die griechischen Behörden seien durch diese hohe Zahl trotz aller Bemühungen überfordert.

Europa müsse dringend Hilfe leisten, andernfalls werde sich die humanitäre Lage weiter verschlechtern. Auch Mazedonien und Serbien, weitere Etappen auf dem Weg der Flüchtlinge nach Nordeuropa, benötigten Unterstützung.

Vor der Küste Italiens und Griechenlands kamen erneut mindestens 17 Flüchtlinge ums Leben. Die italienische Küstenwache berichtete in der Nacht zum Freitag von zwölf Toten. Bei acht Einsätzen am Donnerstag konnte sie 823 Flüchtlinge retten. Fünf Flüchtlinge starben beim Kentern ihres Bootes vor der griechischen Küste.

Deutschland und Frankreich hatten am Donnerstag in Luxemburg angekündigt, etwa ein Drittel der 60'000 Flüchtlinge aufzunehmen, welche die EU-Kommission zur Entlastung Italiens und Griechenlands unter den anderen Mitgliedsländern aufteilen will.

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