Einige hätten Sprengsätze geworfen und geschossen. Daraufhin feuerten die Soldaten mit scharfer Munition zurück, wie die Armee mitteilte. Drei Palästinenser erlitten nach Angaben von Spitalmitarbeitern Schusswunden. Berichte über Opfer unter den Israelis lagen nicht vor.

Es waren die schwersten Strassenkämpfe im Westjordanland, seit dort vor einer Woche drei Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren spurlos verschwanden. Israel wirft der im Gazastreifen regierenden Hamas vor, die drei Religionsschüler entführt zu haben. Bekannt hat sich niemand zu dem Vorfall. Allerdings hat die Hamas auch kein Dementi herausgegeben.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas hat zugesagt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Er warf Israel aber auch vor, das Verschwinden der Jugendlichen als Vorwand für eine Bestrafungsaktion gegen die Palästinenser insgesamt zu nutzen. "Die ganze Welt muss diese Politik verurteilen", forderte Abbas.

Razzien und Festnahmen

Bei Razzien und Hausdurchsuchungen im Westjordanland nahmen israelische Soldaten in den vergangenen Tagen nach Militärangaben 280 Palästinenser in Gewahrsam. Rund 800 Gebäude und zehn Hamas-geführte Einrichtungen wurden durchsucht.

Israel verbat zudem der Wohltätigkeitsorganisation Islamic Relief Worldwide, die ihren Sitz in Grossbritannien hat, im Westjordanland tätig zu sein. Sie warf der Gruppe vor, die Hamas zu finanzieren.

Israels Armee verfolgt bei der Suche nach den Jugendlichen eine Doppelstrategie. Zum einen sollen die Jungen zurückgeholt, zum anderen die Hamas für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden.

USA rufen zu Zurückhaltung auf

Angesichts der Spannungen riefen die USA beide Seiten zu Zurückhaltung auf. "Wir verstehen, dass es vor Ort unglaublich sensible und schwierige Umstände sind, und wir denken, alle Seiten sollten sich in Zurückhaltung üben", sagte die Sprecherin des Aussenministeriums, Jen Psaki in Washington.

"Wir drängen beide Seiten zur Zurückhaltung und zur Vermeidung von Schritten, welche die Lage destabilisieren könnten." Psaki begrüsste die "starke Botschaft" von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Die Sprecherin bestätigte zudem, dass einer der drei Entführten auch die US-Staatsbürgerschaft besitze und die US-Behörden mit dessen Familie in Kontakt stünden.