Die Islamisten hatten eine Grossoffensive mit dem Ziel gestartet, die vollständige Kontrolle über die zwischen Aufständischen und Regierungseinheiten geteilte frühere Wirtschaftsmetropole zu erlangen. Sollte die Stadt in ihre Hand fallen, würden künftig die streng islamischen Regeln der Scharia gelten, erklärten die Islamisten.

Sollte Aleppo an die Rebellen fallen, wäre dies ein grosser Rückschlag für Assad. Sein Einflussbereich wäre dann weitgehend auf ein Gebiet beschränkt, das sich von der Hauptstadt Damaskus bis zum Mittelmeer erstreckt.

De facto wäre Syrien damit geteilt - im Westen hätte Assad das Sagen, das übrige Gebiet wäre unter Kontrolle verschiedener Rebellengruppen. Auch die radikalislamische Miliz Islamischer Staat kontrolliert weite Teile Syriens und des Nachbarlandes Irak.

Islamistische Gruppen, darunter der Al-Kaida-Ableger Nusra-Front, erklärten, ihr Ziel sei eine "Befreiung" Aleppos. Die Aufständischen feuerten Hunderte Artilleriegranaten auf den Westen der Stadt ab, der von Regierungstruppen gehalten wird, wie die der Opposition nahestehende Beobachtungsstelle berichtete.

Bei den Luftangriffen der Regierungseinheiten wurden syrischen Militärkreisen zufolge zahlreiche Rebellen getötet.

Türkei verlegt Truppen

Als Reaktion auf die heftigen Kämpfe verstärkte die Türkei ihre Truppen an der Grenze zu Syrien. Sicherheitskreisen zufolge wurden zusätzliche Soldaten, Ausrüstung wie auch Spezialkräfte an die Grenze zu Syrien verlegt. Von dort sind es noch etwa 50 Kilometer bis Aleppo.

Die Massnahmen dienten allein dem Schutz des Landes, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Es sei nicht geplant, dass türkische Einheiten ins Nachbarland vorrückten. In einigen Medien war zuletzt spekuliert worden, dass ein grenzübergreifender Einsatz unmittelbar bevorsteht.