Coronavirus

Harte Kritik: USA doppeln gegen WHO und China nach

Die Spannungen zwischen China und den USA dauern an.

Die Spannungen zwischen China und den USA dauern an.

Streit um das Coronavirus. China wehrt sich gegen Vorwürfe aus den USA. Die zeigen sich allerdings unbeeindruckt von der Verteidigung und üben erneut scharfe Kritik.

Chinas Präsident übernahm persönlich die Verteidigung seines Landes – gegen die scharfen Coronavorwürfe von US-Präsident Donald Trump. Per Videoschaltung gab der mächtigste Mann Chinas eine Erklärung ab – seine Sicht auf die Pandemie. China habe «mit Liebe und Mitgefühl» auf das gefährliche Virus reagiert, so Xi.

Sein Land habe den Umschwung im Kampf gegen Covid-19 geschafft. Und die Behörden, so versicherte Xi mit un­bewegtem Gesichtsausdruck, hätten mit «Offenheit» und «Transparenz» die Welt in­formiert. Xi lobte auch noch die Weltgesundheitsorganisation für ihren «grossen Beitrag» im Kampf gegen den Ausbruch.

Diese Einschätzung teilt Chinas grosser geopolitischer Rivale, die USA, nicht. Im Gegenteil. Auf der 73. und wohl wichtigsten Weltgesundheitsversammlung seit Jahrzehnten meldete sich US-Gesundheitsminister Alex Azar zu Wort – und wiederholte die scharfe Kritik seiner Regierung. Für Trump ist China der Hauptschuldige in der Coronatragödie. Durch «Vertuschen» hätten Chinas Politiker und Behörden die Eskalation der Krise erst ermöglicht.

Die WHO habe als PR-Agentur die Vertuschung abgesichert, behauptet Trump. Im April hatte Trump die US-Zahlungen an die WHO ausgesetzt. Die USA contra China: In den verbissen ausgefochtenen Konflikt der beiden Supermächte um die Verantwortung in der Coronapandemie wird die WHO immer stärker hineingezogen.

Der Streit über das WHO-­Nichtmitglied Taiwan wurde ­immerhin auf der Konferenz ­elegant aus dem Weg geräumt. Wie Taiwan sich in die WHO einbringen kann, darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. China will die «abtrünnige Provinz» Taiwan ganz aus der WHO draussen halten, die USA machen sich für die Inselrepublik stark.

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