Ecuador

Haftstrafe gegen Ecuadors Ex-Präsident Correa bestätigt

Kritiker des ehemaligen ecuadorianischen Präsidenten Correa jubeln, nachdem das Korruptionsurteil gegen Rafael Correa von einem Gericht bestätigt wurde. Foto: Dolores Ochoa/AP/dpa

Kritiker des ehemaligen ecuadorianischen Präsidenten Correa jubeln, nachdem das Korruptionsurteil gegen Rafael Correa von einem Gericht bestätigt wurde. Foto: Dolores Ochoa/AP/dpa

Ein Gericht in Ecuador hat Medienberichten zufolge das Korruptionsurteil gegen Ex-Staatschef Rafael Correa bestätigt und ihm damit alle Chancen auf ein öffentliches Amt nach den Wahlen im Februar genommen.

Laut der Zeitung "El Telégrafo" wurden die achtjährigen Haftstrafen für Correa und 15 andere Mitverurteilte, darunter der einstige Vize-Präsident Jorge Glas, am Montag für rechtmässig erklärt. Correa (57) schrieb auf Twitter, das Gerichtsurteil diene einzig und allein dazu, ihm politisch zu schaden, werde ihn letztlich aber noch populärer in Ecuador machen.

Der frühere Staatschef (2007 - 2017) bestreitet die Korruptionsvorwürfe gegen sich und wollte bei den Wahlen eigentlich als Stellvertreter von Präsidentschaftskandidat Andrés Arauz für die Partei Unión por la Esperanza (Union für die Hoffnung) antreten. Correa war im April in Abwesenheit verurteilt worden, weil er von Schmiergeldzahlungen von Bauunternehmen an Politiker sowie Beamte gewusst haben und mittelbar für das Korruptionsnetzwerk verantwortlich gewesen sein soll. Gegen ihn liegt auch ein Haftbefehl vor - in Verbindung mit der versuchten Ermordung eines Politikers im Nachbarland Kolumbien. Derzeit lebt Correa in Belgien.

Während seiner Amtszeit sorgte Correa in Ecuador für eine Phase der politischen Stabilität und des soziales Fortschritts. Durch staatlich organisierte Ressourcenausbeutung, vor allem Ölförderung, gelang es ihm, zahlreichen Menschen aus der Armut zu helfen und ihnen Zugang zu Bildung zu verschaffen. Zudem baute er die Infrastruktur des südamerikanischen Landes aus. Kritiker warfen ihm allerdings autoritäre Tendenzen vor. Nach dem Ende seiner Amtszeit überwarf er sich mit seinem früheren Vizepräsidenten, dem heutigen Staatschef Lenín Moreno.

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