Das in Washington ansässige Center for Strategic and International Studies (CSIS) sowie das Büro Guttenbergs bestätigten am Donnerstag entsprechende Berichte der deutschen "Bild"-Zeitung und von "Spiegel online".

Demnach wird der Ex-Minister an der Spitze eines neuen transatlantischen Dialogforums stehen. Das CSIS begründete Guttenbergs Berufung mit dessen Leistungen bei der Reform der deutschen Bundeswehr und mit seinem langjährigen Einsatz für die transatlantischen Beziehungen.

Mit Ehud Barak

Ziel des neuen Dialogforums soll den Angaben zufolge die Stärkung der transatlantischen Beziehungen sein. Insbesondere solle es darum gehen, Antworten auf die weltweiten Machtverschiebungen zu finden. Guttenberg sei nach dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak der zweite "Distinguished Statesman", den das überparteiliche CSIS berufe.

Guttenberg war am 1. März wegen der Plagiatsaffäre um nicht gekennzeichnete Zitate in seiner Doktorarbeit von seinem Amt als Bundesverteidigungsminister zurückgetreten. Er galt vor der Affäre in Umfragen als der beliebteste deutsche Politiker.

Der ehemalige CSU-Politiker hatte die Vorwürfe zunächst geleugnet. Später sah die Universität in Bayreuth eine vorsätzliche Täuschung als erwiesen an und erkannte ihm den Doktortitel ab.

Ermittlungen vor Abschluss?

Im Sommer zog die Familie in die USA um. Wegen der Plagiatsaffäre laufen in Deutschland Ermittlungen wegen des Verdachts auf Urheberrechtsverletzungen. Diese sollten in diesem Herbst abgeschlossen werden, und dann sollte ein Entscheid gefällt werden, ob Anklage gegen Guttenberg erhoben wird.

Ein Sprecher der Ermittlungsbehörde konnte wegen der Abwesenheit des zuständigen Staatsanwalts keine Angaben zum Stand der Ermittlungen machen, laut "Spiegel online" soll der Abschluss aber kurz bevor stehen.