Der ehemalige deutsche Aussenminister Guido Westerwelle ist an Krebs erkrankt. Der 52-Jährige leidet an einer akuten Leukämie, teilte seine Stiftung, die Westerwelle Foundation, am Freitag mit und bestätigte Informationen von MDR Info.

Der langjährige Vorsitzende der Liberalen befinde sich bereits in medizinischer Behandlung mit dem Ziel einer vollständigen gesundheitlichen Genesung. "Wir bitten, auch im Namen von Guido Westerwelle und seiner Familie, von Nachfragen abzusehen."

Der Chef der Liberalen, Christian Lindner, reagierte bestürzt auf die Nachricht: "Wir sind in Gedanken bei Guido Westerwelle. Von Herzen wünschen wir ihm, dass er seine Erkrankung bald und vollständig überwindet."

Westerwelles Nachfolger als Aussenminister, Frank-Walter Steinmeier , sagte am Rande eines Besuchs in Istanbul, er habe "mit grosser Bestürzung" von der schweren Krankheit Westerwelles erfahren. "Ich wünsche ihm, auch namens aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts, von Herzen viel Kraft für den Kampf gegen die Krankheit und baldige vollständige Genesung", sagte Steinmeier laut dem Auswärtigen Amt weiter.

Der Begriff "Leukämie" bedeutet weisses Blut und beschreibt eine Vermehrung weisser Blutkörperchen. Bei der auch als Blutkrebs oder Leukose bezeichneten Erkrankung kommt es zu einer Vermehrung unreifer Zellen des blutbildenden Systems, wodurch die normale Blutbildung von roten Blutkörperchen verdrängt wird.

Bei Behandlung durch Chemotherapie besteht inzwischen durchaus Chancen auf Heilung, unbehandelt führt die Erkrankung in der Regel in wenigen Wochen zum Tod.

Rückzug aus der aktiven Politik

Seit der Bundestagswahl Ende September, als die Liberalen erstmals in ihrer Geschichte den Einzug ins Parlament verpasst hatte, kümmerte sich Westerwelle vor allem um den Aufbau seiner Stiftung in Berlin.

Die Westerwelle Foundation, die er zusammen mit dem Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth gegründet hat, will sich um die internationale Verständigung und den Wandel in den nordafrikanischen Staaten bemühen.

Zuletzt reiste Westerwelle auch zu Vorträgen in die USA, nahm aber auch weiter an Parteitagen der FDP teil. Aus der aktiven Politik hielt er sich aber heraus.

Westerwelle war zehn Jahre lang Parteivorsitzender, bis er 2011 von Philipp Rösler abgelöst wurde. Nach dem sensationellen Wahlerfolg von 2009 mit 14,6 Prozent hatte Westerwelle in der schwarz-gelben Bundesregierung den Posten des Aussenministers und Vizekanzlers übernommen.