Der Protest richtete sich auch gegen die Strategie der geschlossenen Häfen, die Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini vorantreibt. "Eine andere Welt ist möglich", skandierten die Demonstranten.

Der Stadtrat für Soziales, Pierfrancesco Majorino, sprach von rund 200'000 Teilnehmern. Organisiert hatten die Demo mehrere Hilfsorganisationen und soziale Vereinigungen, um "gegen eine Politik der Angst" zu protestieren. Italien wird seit vergangenem Juni von einer Koalition aus EU-kritischer Fünf-Sterne-Bewegung und ausländerfeindlicher Lega regiert.

Anwesend waren an der Demonstration auch Mitglieder der bei der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer aktiven NGOs wie "Sea-Watch" aus Deutschland und die spanische "Proactiva Open Arms". Aktivisten der NGO rollten Spruchbänder mit dem Slogan "Im Mittelmeer ertrinkt Europa" aus.

Angeführt wurde die Demonstration vom Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala und anderen Mitte-links-Politikern, die die Einwanderungspolitik der populistischen Regierung in Rom scharf kritisierten. Auch Intellektuelle und Künstler beteiligten sich an dem bunten Protestzug durch die Strassen der lombardischen Hauptstadt.

"Integration, Gleichberechtigung und wahre Demokratie in einem Land ohne Diskriminierungen, ohne Mauern und ohne Barrieren", hiess es in einem Appell der Initiatoren der Demonstration. Bürgermeister Sala betonte, mit der Demonstration wolle man klar machen, dass Italien ein offenes und solidarisches Land sei.