Die Euroländer müssten entscheiden, wie sie dem Land helfen wollten. Eine Beteiligung privater Investoren sei angemessen. Für dieses Jahr geht der IWF nach eigenem Bekunden davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um 3,8 Prozent schrumpft. Bislang wurden 3,0 Prozent erwartet. Die Schuldenquote werde wohl im Jahr 2012 mit 172 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ihren Höhepunkt erreichen.

Fitch stuft Griechenland erneut kräftig herab

Die Ratingagentur Fitch - eine der drei grossen anglo-amerikanischen Ratingagenturen - hat am Mittwoch die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf "CCC" herabgestuft. Auf dieser Stufe wird bereits mit Zahlungsausfällen gerechnet.

Dies ist mehrere Stufen unter der bisherigen Bewertung "B+" und die schlechteste Note vor einem Zahlungsausfall. Die Herabstufung resultiere daraus, dass es bislang kein neues, komplett finanziertes und glaubwürdiges Wirtschaftsprogramm von EU und IWF gebe. Schuld sei auch der sich verschlechternde wirtschaftliche Ausblick für das Land sowie die Ungewissheit über die Beteiligung privater Gläubiger an einem zweiten Rettungspaket, erklärte Fitch.

Unverständnis in Athen

Das griechische Finanzministerium reagierte am Mittwoch überrascht und nannte die Herabstufung verwirrend angesichts "der Tatsache, dass der Zeitplan für die Massnahmen der Eurozone und des IWF bekannt ist und daran festgehalten wird".

Athen führt nach der Unterstützung durch ein milliardenschweres Rettungspaket inzwischen Gespräche über weitere Finanzhilfen. Fitch hatte sich vor seiner Bewertung am Mittwoch zu Italien geäussert und eine stabile Prognose abgegeben.