Russland

Greenpeace-Aktivisten kommen nicht frei – und können es nicht verstehen

Einer der Greenpeace-Aktivisten vor Gericht in Murmansk (Archiv)

Einer der Greenpeace-Aktivisten vor Gericht in Murmansk (Archiv)

Drei nach einem Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis festgenommene Greenpeace-Aktivisten müssen mindestens bis zum 24. November in Russland in Untersuchungshaft bleiben. Die Einsprüche wurden abgelehnt.

Die Einsprüche der nördlich des Polarkreises in Russland festgehaltenen Umweltschützer wurden am Dienstag von einem Gericht in Murmansk abgelehnt.

Die drei Russen sind Teil der 30-köpfigen Besatzung des Schiffes "Arctic Sunrise", mit dessen Hilfe einige Aktivisten am 18. September versucht hatten, eine russische Bohrinsel zu entern, um Umweltrisiken durch die arktische Gas- und Ölförderung anzuprangern.

"Ich kann absolut nicht verstehen, was ich Falsches getan haben soll", sagte in einer Video-Übertragung der von Greenpeace engagierte freiberufliche Fotojournalist Denis Siniakow. "Bei dieser Vorgehensweise kann man die freie Meinungsäusserung in Russland abschreiben."

Greenpeace Russland sprach von einer "illegitimen und unbegründeten" Verfolgung, die "perfekt zur bizarren Logik" der russischen Justiz passe.

Die "Arctic Sunrise" war nach der Aktion von der russischen Küstenwache aufgebracht und nach Murmansk geschleppt worden. Dort und in Apatity sitzen die wegen "bandenmässiger Piraterie" angeklagten Umweltschützer aus 18 Ländern, darunter ein Schweizer, in Untersuchungshaft.

Ihnen drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Gefängnis. Nach Angaben ihrer Anwälte leiden sie unter "unmenschlichen" Haftbedingungen, Wasser- und Nahrungsmittelmangel sowie fehlender Gesundheitsfürsorge und ständiger Videoüberwachung.

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