Wenn die Bilder auf Google Maps vom 24. mit denen des 28. Januars verglichen werden, können grosse Unterschiede festgestellt werden: Zeigt sich bis zum 24. auf der Karte eine Einöde ohne Strassenverläufe und Städtenamen, präsentierte sich seit diesem Montag eine detaillierter gezeichnete Karte mit Hauptstrassen und beschrifteten Ortschaften.

Riesige Kundgebung auf dem King Il Sung Platz in Nordkorea

Riesige Kundgebung auf dem King Il Sung Platz in Nordkorea

Das Internierungslager Pukch'ang

Google Maps lässt auch auf das Arbeitslager Pukch'ang blicken, in welchem 50'000 überwiegend politische Gefangene festgehalten werden. Das Lager liegt im Zentrum des Landes und obwohl dieses im Vergleich zu anderen Internierungslager nicht so strikt geführt wird, werden die Gefangenen bei Fluchtversuch, Diebstahl von Lebensmitteln oder Missachtung von Befehlen erschossen. Pukch'ang war bisher nicht auf Google Maps sichtbar.

Ein Besuch in Pjöngjang

Besonders die Hauptstadt Pjöngjang wird im Vergleich zum Rest des Landes genauer dargestellt. Es sind bei näherem Zoomen unter anderem Spitäler, Schulen, Parks und U-Bahnen zu erkennen. So auch der grosse Kim Il Sung Platz, der für repräsentative Zwecke wie Paraden und militärische Aufläufe gebraucht wird.

Mit der Aufschaltung einer besseren Karte von Nordkorea verfolgt Google sein selbsternanntes Ziel, den Menschen Informationen über Teile der Welt zu liefern, die ihnen unbekannt sind. Das genaue Gegenteil also von Nordkorea. Wie lange es dem Zensurweltmeister noch gelingt, sich vom Rest der Welt zu isolieren, wird mit dem diesigen technologischen Schritt von Google ein weiteres Mal auf die Probe gestellt.