Todesdrama in Vietnam

Götti von geretteter R.S. : «Wir trauern alle um ihren Freund»

Die Familie der 20-jährigen R.S. aus Bettwil ist bestürzt über den Tod ihres Freundes B.G. Wie der Götti der jungen Freiämterin sagt, sei man aber auch froh, dass sie das Bootsunglück in der Halong-Bucht vor Hanoi in Vietnam überlebt habe.

Wie der Pate von R.S.* gegenüber Tele M1 sagte, gehe es der 20-Jährigen körperlich einigermassen gut. Sie versuche nun so schnell wie möglich in die Schweiz zurückzukommen. Die Familie trauere um ihren Freund B.G, der das Bootsunglück nicht überlebte.

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21 junge Rucksacktouristen

Die Tragödie ereignete sich am frühen Morgen. Gegen 5 Uhr morgens begann das Touristenboot zu sinken. Die Passagiere und die Besatzungsmitglieder waren da noch am Schlafen.

An Bord des Bootes waren insgesamt 21 zumeist junge Rucksack-Touristen, der 22-jährige Kapitän, fünf Besatzungsmitglieder und ein Reiseleiter. Zehn Touristen und die gesamte Schiffsbesatzung wurden laut einem Vertreter der lokalen Tourismusbehörde gerettet.

Die 20-jährige Freundin des Schweizers benachrichtigte heute Morgen laut «blick.ch» ihre Eltern und berichtete vom schrecklichen Drama. Auch, dass ihr Freund nicht überlebt hatte.
Drei Touristen - zwei Männer aus den USA und Frankreich sowie die junge Schweizerin - würden wegen leichteren Verletzungen behandelt. Die 20-Jährige, die aus dem Freiamt stammt und sich mit ihrem Freund auf einer Asienreise befand, konnte das Spital in der Zwischenzeit wieder verlassen.

Im Schlaf überrascht

Grund für den Untergang des Touristenboots ist offenbar eine gebrochene Holzplanke im Motorraum. Dadurch konnte Wasser in den Motorraum des Schiffes eindringen. Ein Teil des Schiffs ist danach laut Aussagen eines Behördenvertreters auseinandergebrochen.

Die Touristen waren zu diesem Zeitpunkt alle noch am Schlafen. Die Schiffscrew hat offenbar versucht, die Passagiere noch zu wecken. Das Ganze ging offenbar aber sehr schnell. «Es dauerte zwischen 30 Sekunden und einer Minute», berichtete der US-Tourist George Fosmire gegenüber der Agentur AFP. Seine Freundin sei aus dem Bett gefallen und habe ihn noch warnen können, da sei das Wasser bereits in die Kabine eingedrungen.

Beliebtes Ausflugziel

«Ich musste mein Gesicht gegen die Decke drücken, um noch nach Luft schnappen zu können», erzählte der sichtlich unter Schock stehende 23-Jährige, der sich schliesslich aus einer Luke retten konnte, bevor er von einem anderen Boot aus dem Wasser gefischt wurde. Seine Freundin und eine weitere Amerikanerin, die mit ihnen die Kabine teilte, schafften es nicht mehr. Taucher fanden heute acht Personen tot in ihren Zimmern. Die Toten kommen aus den USA, Frankreich, Japan, Australien, Schweden, Russland, Grossbritannien und aus der Schweiz, wie die Behörden erklärten.

Die Halong-Bucht ist rund vier Autostunden östlich von Hanoi gelegen. Sie gilt als eines der wichtigsten Ausflugsziele in ganz Vietnam. Das Besondere an der Halong Bay sind rund 2000 Kalkfelsen, die bis zu 100 Meter aus dem Meer hinausragen. Dazwischen befinden sich schwimmende Fischerdörfer. Dutzende von Holzbooten fahren jeweils am Nachmittag mit Hunderten von Touristen in die Bucht hinaus. Viele der Boote bleiben über Nacht in der Bucht und kehren am nächsten Tag zum Hafen zurück.

Schwere Vorwürfe an Bootshalter

Ein Mehrtagesreise hatte auch das junge Aargauer Paar gebucht. US-Tourist Fosmire und seine Freundin hatten das gleiche Arrangement für 42 Dollar bei einem der unzähligen kleinen Anbieter in der Altstadt von Hanoi gekauft. Nach seinen Angaben kenterte das Boot direkt in der ersten Nacht. «Der Zustand des Schiffs hat uns, ehrlich gesagt, ein bisschen misstrauisch gemacht - es hatte Schlagseite», erzählte der junge Amerikaner. Die Besatzung habe ihn aber beruhigt. (rsn/jep)

*Namen der Redaktion bekannt

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