Ghanas Vize-Präsident John Dramani Mahama wurde noch am Dienstagabend gemäss der Verfassung als neues Staatsoberhaupt vereidigt. In seiner Antrittsrede sagte er: "Wir werden den Frieden, die Einheit und die Stabilität bewahren, für die Ghana bekannt ist".

US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Präsident François Hollande und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigten Mills als bedeutenden Demokraten Afrikas. Mills habe "die grosse demokratische Tradition Ghanas weiter gestärkt", heisst es in der Erklärung des Weissen Hauses.

Mills habe darum gerungen, dass Afrika einen zentralen Platz in der internationalen Gemeinschaft findet, teilte Hollande mit. Mills werde in Erinnerung bleiben als ein "Staatsmann, der hingebungsvoll seinem Land gedient hat", sagte Ban Ki Moon. Die ganze Welt habe einen Verlust erlitten, schrieb US-Aussenministerin Hillary Clinton.

Präsident hatte Kehlkopfkrebs

Mills, der am Samstag 68 Jahre alt geworden war, wurde wenige Stunden vor seinem Tod in die Klinik eingeliefert. Über die genaue Todesursache war bis Mittwochnachmittag nichts bekannt. Allerdings litt der Sozialdemokrat an Kehlkopfkrebs.

Sein Nachfolger Mahama betonte, dass die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Dezember wie geplant stattfinden werden. Der 53-jährige gilt auch als aussichtsreichster Kandidat für die nun vakante Spitzenposition des National-Demokratischen Kongresses, der derzeitigen Regierungspartei.

Sein Gegenkandidat bei der Präsidentenwahl ist der konservativ-liberale Oppositionschef Nana Akufo-Addo von der Neuen Patriotischen Partei, der bei der Wahl 2008 nur knapp gegen Mills verlor.

Ghana gilt als eine der wenigen funktionierenden Demokratien in Afrika. Friedliche Machtwechsel im vergangenen Jahrzehnt und ein Wirtschaftsboom in den letzten Jahren machten es zu einem Musterland des Kontinents.