Die fünfköpfige Delegation unter Leitung des nationalen Sicherheitsberaters Chung Eui Yong sei am Mittwochmorgen (Ortszeit) von einem Militärflughafen in Seoul in Richtung Nordkorea abgereist, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap. Seoul hofft zudem, durch den Besuch die Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms vorantreiben zu können. Unklar war zunächst, ob Südkoreas Sondergesandte auch den nordkoreanischen Diktator Kim treffen werden.

Chung hatte am Dienstag seine Hoffnung geäussert, dass die Entwicklung der innerkoreanischen Beziehungen auch die "Denuklearisierung" auf der Halbinsel antreiben könne. Derzeit wachsen Zweifel daran, ob die kommunistische Regierung in Pjöngjang die grundsätzlich vereinbarte atomare Abrüstung tatsächlich ernsthaft in Angriff nimmt.

Keine konkreten Zusagen

Die Atomverhandlungen werden vor allem zwischen Nordkorea und den USA geführt. US-Aussenminister Mike Pompeo hatte in der vergangenen Woche eine geplante Reise nach Nordkorea auf Geheiss von US-Präsident Donald Trump abgesagt. Bei seinem ersten Treffen mit Moon im April im Grenzort Panmunjom und später bei einem Gipfelgespräch mit Trump im Juni in Singapur hatte Kim seine Bereitschaft zu einer "kompletten Denuklearisierung" bekräftigt. Es gab aber bisher keine konkreten Zusagen, wie und bis wann die Abrüstung erfolgen soll.

US-Präsident Donald Trump will sich am Rande der Uno-Vollversammlung Ende September in New York zudem mit seinem südkoreanischen Kollegen Moon Jae In treffen. Das gab das Weisse Haus am Dienstag nach einem Telefonat Trumps mit Moon bekannt.