Mali

Geringe Beteiligung bei Parlamentswahl in Mali

Beamte der Wahlkommission in Mali gehen Wahllisten durch

Beamte der Wahlkommission in Mali gehen Wahllisten durch

Mali übt sich mit den Parlamentswahlen in der Rückkehr zur politischen Normalität. Doch Gewalt und Apathie bei Teilen der Bevölkerung liessen am Sonntag nur wenige Menschen zu den Wahlurnen gehen.

Rund 6,5 Millionen Wähler waren aufgerufen, 147 Abgeordnete zu bestimmen. Zur Wahl gestellt hatten sich etwa 1080 Kandidaten, darunter 135 Frauen. Die Wahl wird auch über die politische Zukunft der Tuareg-Bewegung in Nordmali entscheiden, die mehr Autonomie fordert.

Verschärft wurde der Konflikt vor anderthalb Jahren durch einen Militärputsch, der den Sturz von Staatschef Amadou Toumani Touré zur Folge hatte. Zudem brachten Islamisten weite Teile des Nordens unter ihre Kontrolle und konnten erst Anfang dieses Jahres durch französische und afrikanische Soldaten zurückgedrängt werden. Anfang September wurde Ibrahim Boubacar Keita als neuer Präsident vereidigt.

"Präsident Keita benötigt eine starke parlamentarische Mehrheit, um die dringend benötigten Reformen durchzusetzen", sagte etwa ein 35 Jahre alter Bankangestellter. Doch so wie er sahen offensichtlich nicht alle Wahlberechtigten die Situation. Viele begründeten ihr Fernbleiben von den Wahlurnen mit der grassierenden Korruption innerhalb der politischen Klasse Malis.

Angespannte Sicherheitslage

Zur tiefen Wahlbeteiligung beigetragen hat zudem die nach wie vor angespannte Sicherheitslage im westafrikanischen Land. So wurde die Stadt Gao vergangene Woche mit Raketen angegriffen und in Bamako wurde ein Angehöriger der französischen Streitkräfte bei einem gezielten Angriff verletzt.

Die Europäische und die Afrikanische Union haben Wahlbeobachter entsandt. Ein Ergebnis soll spätestens fünf Tage nach der Wahl vorliegen. Für den 15. Dezember ist eine zweite Wahlrunde geplant.

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