Der Präsident habe am 11. September 1973 unter "extremen Bedingungen" beschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen, "statt erniedrigt zu werden oder sonst etwas erleiden zu müssen". Sie warte nun auf weitere, darunter ballistische Ergebnisse der Autopsie.

Die im Mai begonnene Autopsie ist für die Dauer von drei Monaten angesetzt. Der sozialistische Staatschef war nach dreijähriger Regierungszeit während des Militärputschs von General Augusto Pinochet gestorben, als die Luftwaffe den von Panzern und Soldaten belagerten Präsidentenpalast angriff.

Nach einer Autopsie in Santiago de Chile teilten die Behörden damals mit, der 65-Jährige habe sich selbst eine Kugel in den Kopf geschossen.

Über 3000 Opfer der Militärdiktatur

Im Jahr 2008 hatte der Gerichtsmediziner Luis Ravanal unter Berufung auf die Autopsie nach Allendes Tod geschrieben, dessen Verletzungen stimmten nicht mit der These überein, dass er sich selbst erschossen habe.

Der chilenische Journalist Camilo Taufic, der ein Buch über den Putsch schrieb, vertritt die These eines "unterstützten Selbstmords". Demnach soll ein Leibwächter Allendes den tödlichen Schuss abgefeuert haben, nachdem der Präsident sich eine Schusswunde beibrachte und sein Selbstmordversuch damit scheiterte.

Nach Allendes Tod errichtete Pinochet eine Militärdiktatur, die erst im Jahr 1990 endete. In dieser Zeit wurden etwa 3100 Menschen getötet oder sind seitdem vermisst. Pinochet starb im Jahr 2006 im Alter von 91 Jahren, ohne je verurteilt worden zu sein.