USA

George W. Bush erhält eigene Präsidentenbibliothek in den USA

Protest gegen Folter bei Eröffnung des Bush-Centers

Protest gegen Folter bei Eröffnung des Bush-Centers

Gut vier Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit bekommt auch der frühere US-Präsident George W. Bush seine Präsidentenbibliothek. Der rund 250 Millionen Dollar teure Bau im texanischen Dallas wurde am Donnerstag eingeweiht.

Mit dabei waren auch sein Nachfolger Barack Obama und die drei noch lebenden Vorgänger: Jimmy Carter, Bill Clinton und der Vater von Bush, George Bush senior. Sie fanden freundliche Worte: "Mr. President, vielen Dank für ihre Dienste, ihren Mut, ihren Sinn für Humor und vor allem für ihre Liebe für dieses Land", sagte Obama.

Zahlreiche prominente Gäste und Weggefährten aus aller Welt gratulierten Bush bei der Einweihungsfeier persönlich, darunter der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi und der frühere britische Premier Tony Blair. "Was für ein schöner Tag", sagte Bush in seiner Rede.

Mit seiner Präsidentschaft im Reinen

Vor der Einweihung hatte Bush seine umstrittene Entscheidung, im Frühjahr 2003 in den Irak einzumarschieren, in Interviews verteidigt. "Die Entfernung von Saddam Hussein war die richtige Entscheidung. Amerika ist sicherer. Die irakische Bevölkerung hat die Chance, in einer freien Gesellschaft zu leben", sagte er am Mittwoch dem Nachrichtensender CNN.

Im TV-Sender ABC erklärte er, dass letztlich die Geschichte über sein Erbe und den Irak-Krieg entscheiden werde. "Was mich betrifft, ist die Debatte vorbei. Ich meine, ich habe getan, was ich getan habe", sagte der frühere Präsident.

Bushs Regierung hatte die Invasion ohne UNO-Mandat mit dem drohenden Einsatz von Massenvernichtungswaffen durch Iraks Machthaber Saddam Hussein begründet. Diese Waffen wurden jedoch nie gefunden. Zwar führte der Militäreinsatz rasch zum Sturz Saddam Husseins, doch das Land versank in einem blutigen Bürgerkrieg.

Unpopulärster Präsident der Geschichte

Seit 2003 wurden mehrere zehntausend Iraker bei Kämpfen und Anschlägen getötet, zudem liessen mehr als 4400 US-Soldaten im Irak ihr Leben. Ende 2011 zogen die letzten US-Truppen aus dem Zweistromland ab.

Bush war mit Zustimmungswerten von 34 Prozent einer der unpopulärsten US-Präsidenten der Geschichte, als er Anfang 2009 aus dem Amt schied. Die USA stürzten damals in die schlimmste Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Grossen Depression in den 1930er Jahren.

Neben dem umstrittenen Irak-Krieg hatte auch das zögerliche Krisenmanagement beim Hurrikan "Katrina" im August 2005 Bushs Ansehen stark beschädigt.

Ehemalige US-Präsidenten erhalten in ihrem Heimatstaat traditionell eine Bibliothek mit angegliedertem Museum, wo Dokumente und andere Gegenstände von historischem Wert aus ihrer Amtszeit aufbewahrt werden. Im Bush-Zentrum in Texas zählen zu den Ausstellungsstücken dabei auch Trümmer der bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eingestürzten Zwillingstürme des World Trade Centers in New York.

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