EU - Türkei

Genug von Erdogan? Deutscher EU-Botschafter in der Türkei tritt von seinem Amt zurück

Hier war die Welt noch in Ordnung: Der türkische Präsident Erdogan und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel. Jetzt tritt der EU-Botschafter in der Türkei zurück. (Archiv)

Hier war die Welt noch in Ordnung: Der türkische Präsident Erdogan und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel. Jetzt tritt der EU-Botschafter in der Türkei zurück. (Archiv)

Inmitten der Spannungen zwischen der Europäischen Union und der türkischen Regierung nimmt der EU-Botschafter in der Türkei seinen Hut. Der deutsche Diplomat Hansjörg Haber sei zurückgetreten, sagte eine Vertreterin der EU-Delegation in Ankara am Dienstag.

Zu den Gründen wollte sie zunächst nichts sagen. Vom Auswärtigen Dienst der EU-Kommission war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu Habers Rücktritt erreichbar.

Haber war Mitte Mai wegen einer Äusserung über das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei von der türkischen Regierung einbestellt worden. Türkischen Medienberichten zufolge hat Haber gegenüber Journalisten mit Blick auf die Vereinbarungen gesagt: "Wir haben ein Sprichwort: Beginnen wie ein Türke und beenden wie ein Deutscher. Hier ist es umgekehrt."

Die EU und die Türkei hatten im März ein Abkommen zur Bekämpfung der Flüchtlingskrise vereinbart. Seitdem ist der Flüchtlingsstrom über die Ägäis Richtung Europa zwar weitgehend gestoppt, es kommt aber immer wieder zu diplomatischen Spannungen zwischen den Regierungen der EU und der Türkei.

Umstritten ist vor allem die geplante Visa-Befreiung für türkische Bürger in der EU. Zuletzt hatte die Armenien-Resolution im Deutschen Bundestag auch den Ton zwischen Berlin und Ankara weiter verschärft.

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