Geheimdienste aus der Ukraine und Russland hätten die Attentäter vor einigen Wochen festgenommen. Dem Staatssender zufolge wurden zwei Russen in der ukrainischen Hafenstadt Odessa festgenommen. Gemäss der Nachrichtenagentu RIA Novosti waren die Festgenommenen Tschetschenen.

Gemäss dem Ersten Kanal sollten sie den Anschlag in Odessa vorbereiten und in Moskau ausführen. "Sie haben uns gesagt, dass wir zunächst nach Odessa kommen und lernen sollen, wie man Bomben baut", sagte einer der Verdächtigen dem Staatssender.

Vor dem Amtsantritt Putins als Präsident wollten die Männer einen Bombenanschlag auf dessen Fahrzeug verüben. An der grossen Strasse, die zum Weissen Haus, dem Amtssitz des Regierungschefs, führt, seien Sprengsätze versteckt worden. Gemäss dem Staatsfernsehen wurden auf dem Laptop eines Verdächtigen Anschlagspläne sowie Aufnahmen von Putins Limousine gefunden.

Wie kam das TV zu seinem Material?

Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax, der Regierungschef sei ausreichend geschützt. Er werde wie geplant an seinen Terminen festhalten. Der Ex-Geheimdienstchef Putin will nach 2000 und 2004 am 4. März erneut zum Präsidenten gewählt werden.

Unklar war, warum das Fernsehen einen eigenen Bericht aus Odessa mit Aufnahmen des ukrainischen Geheimdienstes SBU von der Festnahme und Videogeständnisse im Programm hatte, aber zunächst über Stunden keine Behörde die Information bestätigen konnte. Er später bestätigte eine SBU-Sprecherin die Geschichte.

Die Geheimdienste kamen dem angeblichen Mordkomplott dem Fernsehen zufolge nach einer Explosion Anfang Januar auf die Spur. Die Verdächtigen hätten sich damals im Bombenbau versucht, hiess es. Ein dritter Mann sei getötet worden.

Verdacht auf PR-Coup

Der Bericht der Ersten Kanals wurde sofort von anderen Medien übernommen. Besonders der Zeitpunkt liess Skeptiker über einen Coup von Putins Wahlkampfteam spekulieren. In Radio Echo Moskau äusserten Hörer Zweifel an der Geheimdienstgeschichte. So wolle man nur Putins Zustimmungswerte erhöhen.

Auch Experten reagierten skeptisch. Es sei ein "unglaublicher Zufall", dass die Verdächtigen erst jetzt enttarnt worden seien, sagte Militäranalyst Alexander Golz. Der Fall werde die Wähler Putins mobilisieren, sagte Politikexperte Alexander Konowalow.