Der Berliner Alexanderplatz mit dem imposanten Fernseh-Turm ist eines der Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt. 360'000 Menschen laufen täglich über den Platz mit der berühmten, von der DDR-Führung aufgestellten Weltzeituhr. Seit Freitag stehen nahe der Weltzeituhr zwei in Eile aufgestellte Container. Sozialarbeiter wollen sich in der lediglich 30 Quadratmeter grossen Fläche intensiver um Flüchtlinge kümmern.

Auch die Polizei hat in Zivil ihre Präsenz auf dem «Alex» erhöht. Videokameras überwachen den Platz zusätzlich. Denn der Alexanderplatz hat es in einer polizeiinternen Liste der gefährlichsten Ecken der Hauptstadt auf den ersten Platz geschafft. Seit Monaten mehren sich Vorfälle wie Massenschlägereien, Sexualdelikte, Drogenkriminalität oder Diebstähle. Fast 8000 Straftaten zählte die Polizei im vergangenen Jahr auf dem «Alex», das entspricht fast einer Verdoppelung zum Jahr 2008.

Kritik an linksgrüner Stadtregierung

Viele der Delinquenten sind in den letzten Jahren nach Deutschland eingereiste junge Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Irak und Pakistan. Die jungen Männer suchen beim «Alex» ihre Landsleute auf, geraten in kriminelle Kreise und landen in der Drogenkriminalität. Die Berliner Polizei registriert eine massiv gestiegene Gewaltbereitschaft, auch bedingt durch Alkohol und Drogen. Erst vorige Woche ist es auf dem «Alex» abermals zu einer Massenschlägerei zwischen verfeindeten Gruppen gekommen. Es flogen Flaschen, Fahrräder, einige sollen Messer auf sich getragen haben.

Der «Alex» war schon seit je ein Hotspot der Stadt, vor allem an Wochenenden kam es zu Gewaltexzessen im Alkohol- oder Drogenrausch, wenn die Discos zugemacht hatten. Neu ist, dass es sich bei den Delinquenten oftmals um junge Flüchtlinge handelt. Dies hat in Berlin zu einer Debatte über die Folgen der deutschen Flüchtlingspolitik des Jahres 2015 geführt.

Berlin hat 2015 und 2016 etwa 100'000 Schutzsuchende aufgenommen, hinzu sind Dutzende in die Hauptstadt geströmt, deren Asylgesuche in den Bundesländern abgewiesen worden sind. Viele dürften in der Hauptstadt untergetaucht sein. Auch wenn nur eine Minderheit der jungen Flüchtlinge in die Kriminalität abgerutscht ist, macht die oppositionelle CDU die rot-rot-grüne Stadtregierung für die steigende Gewalt auf Berlins öffentlichen Plätzen mitverantwortlich. Die CDU fordert die linksgrüne Stadtregierung dazu auf, abgelehnte und kriminelle Flüchtlinge konsequenter abzuschieben.

Flüchtlinge prostituieren sich

Der «Tiergarten» im Berliner Bezirk Mitte ist tagsüber ein beliebter Erholungsraum. Nachts wird der Stadtpark von Drogenhändlern, Obdachlosen, Prostituierten und Freiern dominiert. Vor wenigen Wochen wurde eine junge Studentin spätabends auf dem Nachhauseweg von einem Tschetschenen, der längst hätte abgeschoben werden sollen, getötet und ausgeraubt. Sozialarbeiter registrieren vermehrt junge, vor allem aus Afghanistan stammende Männer, die sich im Stadtpark für Beträge zwischen 20 und 50 Euro prostituieren. Der Grüne Bürgermeister des Bezirks Mitte, Stephan von Dassel, warnte vor «Verrohung» im Tiergarten.