Präsident Muhammadu Buhari teilte am Freitag mit, dass dutzende Menschen ums Leben gekommen seien. Die nigerianische Zeitung "Leadership" berichtete am Freitag in ihrer Onlineausgabe allerdings von 100 Menschen. 

Ein Lokaljournalist, der sich am Unglücksort in der Stadt Nnewi im Bundesstaat Anambra befand, nannte ebenfalls die Zahl von rund 100 Toten.

Nach Angaben der Polizei wurde das Feuer am Donnerstagmittag durch eine Explosion ausgelöst. Auch mehrere angrenzende Gebäude und Fahrzeuge gerieten in Brand.

Anwohnern zufolge ereignete sich die Explosion, als ein Lastwagen auf dem Gelände der Fabrik Butangas anlieferte und Kunden ihre Gasflaschen auffüllten.

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Ein Tankwagen habe in der Anlage Chikason Group Gas frisches Gas abgeführt und sei anschliessend wieder losgefahren, ohne zu warten, um die vorgeschriebene Abkühlzeit zu beachten.

Zugleich sei Kunden mitgeteilt worden, dass nun eine Neubefüllung beginne.

«Das Feuer explodierte wie eine Bombe, und die ganze Station ist inmitten von Explosionen von Gasflaschen in dichtem, schwarzem Rauch aufgegangen», sagte Augenzeuge Emeka Peters.

Viele Menschen seien getötet worden, die meisten von ihnen hätten den ganzen Tag angestanden, um ihre Behälter auffüllen zu lassen.

«Zutiefst schokiert» 

Präsident Buhari zeigte sich in einer Erklärung «zutiefst schockiert über einen so grossen Verlust menschlichen Lebens durch einen einzigen Industrieunfall». Die Gasanlage gehörte einem nigerianischen Unternehmen.

Nigeria ist der grösste Erdölproduzent in Afrika. Vor allem Pipeline-Brände sind keine Seltenheit, zum einen wegen ihres schlechten Zustands, zum anderen, weil sie von Dieben angezapft werden, die das Öl auf dem Schwarzmarkt verkaufen. An Weihnachten 2007 starben 40 Menschen bei der Explosion einer angezapften Pipeline vor Lagos.

Die Anlage befindet sich in der Stadt Nnewi, einer überwiegend christlichen Gemeinde im Bundesstaat Anambra im Südosten Nigerias.