Libyen

Gaddafi-Vertraute setzen sich offenbar ins Nachbarland Niger ab

Tuareg-Kämpfer in Niger (Symbolbild)

Tuareg-Kämpfer in Niger (Symbolbild)

Mehrere Vertraute des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben sich offenbar ins Nachbarland Niger abgesetzt. Gaddafis Sicherheitschef Mansur Daw und rund zehn weitere Gaddafi-Getreue reisten in die Stadt Agadez im Nordes des Landes.

Dies sagten Vertreter des Nomadenvolks der Tuareg am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Sie seien von dem früheren Tuareg-Rebellenführer Agaly Alambo begleitet worden und inzwischen in die Hauptstadt Niamey weitergereist. Unter den Gaddafi-Vertrauten seien aber "weder Gaddafis Söhne noch nahe Verwandte", sagte ein Tuareg-Vertreter.

Viele Tuareg standen während der Herrschaft Gaddafis hinter dem Machthaber, da er das Nomadenvolk begünstigte. In Libyen, im Niger, in Mali, Algerien und Burkina Faso leben insgesamt rund 1,5 Millionen Tuareg.

Im Libyen-Konflikt sollen rund 1500 frühere Tuareg-Rebellen auf der Seite Gaddafis gekämpft haben. Nach dem Einmarsch der libyschen Aufständischen in der Hauptstadt Tripolis sind die meisten von ihnen in den Niger zurückgekehrt. Rund 500 Tuareg-Kämpfer sollen sich jedoch in Gaddafis Geburtsstadt Sirte zurückgezogen haben.

Ultimatum verlängert

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat ein rasches Ende des Militäreinsatzes der NATO in Libyen angekündigt. "Wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass die Zivilbevölkerung nicht mehr bedroht ist, werden wird den Einsatz beenden", sagte er am Montag in Brüssel.

"Ich kann noch kein genaues Datum sagen, aber ich glaube, dass es bald sein wird." Die NATO, die seit Ende März vor allem Truppen des bisherigen Machthabers Muammar al-Gaddafi bombardierte, werde "so lange, wie wir gebraucht werden, aber keine Minute länger" in Libyen sein, sagte Rasmussen.

Die Gefangennahme Gaddafis sei für das Ende des Einsatzes nicht entscheidend: "Einzelpersonen sind kein Ziel unseres Einsatzes."

Unterdessen gab der Übergangsrat in Libyen bekannt, dass er die belagerte Gaddafi-Hochburg Bani Walid bis zum Wochenende nicht stürmen lassen will. Für alle noch verbliebenen Enklaven von Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi gelte weiterhin die bis zum 10. September gesetzte Frist für eine Übergabe.

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